Kurzer Weg zum Facharzt

Dr. Dietrich Schreyer. Bild: usc

Die neuen Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigung werden aus Sicht der regionalen Ärzteschaft hierzulande keine große Bedeutung haben. Der Ärzteverbund Oberpfalz Mitte (ÄVOM) kann angesichts der festgelegten Vier-Wochen-Frist für einen Termin beim Facharzt die Patienten beruhigen.

Amberg-Sulzbach. In Akutfällen wird für Patienten in Amberg und im Landkreis eine Minimalwartefrist garantiert, ohne Einschaltung der Servicestelle in Bayreuth, heißt es in einer Pressemitteilung des Ärzteverbundes. Ein Ziel des ÄVOM bestehe darin, die regionale haus- und fachärztliche Versorgung in Amberg und im Landkreis zu erhalten und zu stärken. Für den Patienten bedeutet dies, einen möglichst kurzen Weg zu einem Haus- und Facharzt zu haben. Gerade im ländlich strukturierten Landkreis Amberg-Sulzbach sei dies für den ÄVOM von größter Bedeutung. Darüber hinaus werde über die enge Vernetzung der ÄVOM-Ärzte versucht, dass ein Patient einen schnellen Termin bei einem weiter behandelnden Facharzt erhalte.

Bei bestimmten Fachgruppen, etwa bei Augenheilkunde, Orthopädie, Dermatologie oder Gynäkologie seien Terminvergaben auch jenseits von vier Wochen teilweise unvermeidlich, soweit es sich um Routineuntersuchungen wie beispielsweise Vorsorge handelt. "Anders sieht es aus, wenn der Hausarzt einen Termin beim Facharzt als vordringlich erachtet", erklärt ÄVOM-Sprecher Dr. Dietrich Schreyer.

"Aufgrund der sehr guten Zusammenarbeit von Haus- und Fachärzten innerhalb des Ärzteverbundes genügt normalerweise ein Anruf durch den Hausarzt oder eine Mitarbeiterin, und der Patient erhält einen bevorzugten Termin innerhalb von wenigen Tagen", versichert er.

Seinen Worten nach vermittelt die Terminservicestelle einen Behandlungstermin nur dann, wenn der Versicherte an einen Facharzt überwiesen wurde. Der überweisende Arzt müsse auch Angaben zur Dringlichkeit machen. "Die Pflicht zur Vermittlung eines Behandlungstermins innerhalb von vier Wochen gilt nicht bei Routineuntersuchungen und Behandlung von Bagatellerkrankungen, also für verschiebbare Untersuchungen wie beispielsweise Früherkennungsuntersuchungen oder Verlaufskontrollen bei nicht akuten Erkrankungen", teilt der Ärzteverbund mit.

Er betont, dass die neuen Terminservicestellen gesetzlich vorgeschrieben sind. Die freie Arztwahl entfalle dabei: Der Versicherte habe keinen Anspruch auf Vermittlung eines Termins bei einem bestimmten Arzt. Und: Die Servicestelle vermittelt keine Termine bei Psychotherapeuten, Zahnärzten oder Kieferorthopäden. Auch Hausärzte sowie Kinder- und Jugendärzte seien ausgenommen. Für die Patienten gibt es in dem neuen Gesetz zumutbare Entfernungen. Notfalls muss die Servicestelle nach einem Behandlungstermin in einem geeigneten, aber weiter entfernten Krankenhaus suchen, wobei es in Nordostbayern manche Fachabteilungen an Kliniken gar nicht gibt.
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