Landkreis-Orte als Filmkulissen
Bester Tatort gesucht

Eine Verfolgungsjagd durch den aufspritzenden Sand des Monte Kaolino. Ein Wilderer, der durch den tiefsten Hirschwald streift. Schrille Angstschreie aus dem Fledermaushaus in Hohenburg. Der Landkreis böte viele gute Filmmotive. Womöglich flimmern sie tatsächlich bald über den Fernseh-Bildschirm.

Geht es nach dem CSU-Landtagsabgeordneten Harald Schwartz, ist der Stimmkreis demnächst Drehort für bedeutende Filmdrehs.

"Im Freistaat werden immer wieder interessante Filmkulissen gesucht. Warum sollten nicht Teile eines Tatorts oder eines anderen größeren Films auch in unserer Region gedreht werden?", fragt er laut einer Pressemitteilung aus seinem Büro. "Erfahrungsgemäß bedeuten Filmdrehs enorme Werbung für die jeweiligen Drehorte und wirken sich positiv auf Marketing und Tourismus aus", wird Schwartz darin weiter zitiert. Um solche Drehs auf den Weg zu bringen, hat der Parlamentarier bereits Gespräche mit der verantwortlichen Ministerin Ilse Aigner und der zuständigen Bayern Tourismus Marketing GmbH geführt.

Warum sollten nicht Teile eines Tatorts oder eines anderen größeren Films auch in unserer Region gedreht werden?Harald Schwartz

"Die Rückmeldungen waren sehr positiv. Die Bayern Tourismus Marketing GmbH wird einen ganzen Tag im Landkreis sein und dabei Zeit haben, circa fünf Kulissen zu begutachten", teilt Schwartz dazu mit.

Landrat Reisinger, OB Cerny und die Bürgermeister der Kommunen habe er bereits um die Einreichung von Vorschlägen gebeten. Auch die Öffentlichkeit hat nun die Möglichkeit, ihre Ideen einzubringen. "Ich bitte auch die Bürger, bis 27. Januar besondere Orte zu benennen, die die genannten Voraussetzungen erfüllen", ruft Schwartz auf.

Voraussetzungen für DrehorteEs sollte eine Drehgenehmigung in Aussicht gestellt werden können.

Am Set sollte Platz für circa fünf Lkw mit Equipment sein.

Die Unterbringung einer Filmcrew in der Nähe sollte möglich sein.

Der Drehort sollte nach Möglichkeit eine Besonderheit aufweisen (wie etwa das Maxhüttengelände).

Vorschläge können an Harald Schwartz geschickt werden (info@harald-schwartz.de oder Büro MdL Dr. Schwartz, Bayreuther Straße 6, 92237 Sulzbach-Rosenberg).


Wege zum Filmruhm

Angemerkt von Markus Müller

Als im Juli 2014 der SPD-Landtagsabgeordnete Reinhold Strobl den Vorschlag machte, man sollte doch mal eine Familiengeschichte in der Oberpfalz als Fernsehserie drehen, handelte er sich damit von unserer Seite die Vermutung ein, das sei wohl sein persönlicher Beitrag zur medialen Verfüllung des Sommerlochs. Strobl dementierte.

Dem CSU-Abgeordneten Harald Schwartz muss man zugute halten, dass er zumindest den Zeitpunkt seines Vorstoßes in Sachen Filmruhm für den Landkreis Amberg-Sulzbach etwas weniger verfänglich ausgewählt hat. Und er kann dabei immerhin verkünden, dass mal ein paar Experten für Drehorte vorbeikommen und sich umschauen.

Wobei man sich schon darüber im Klaren sein muss, dass es für eine Region nicht unbedingt nur positive Image-Werbung ist, wenn sie als Filmkulisse ausgewählt wird. Kastl etwa musste ja in "Wer's glaubt, wird selig" ein Alpendorf darstellen, in dem es so öde ist, dass die Einwohner mit den absonderlichsten Ideen Leben reinzubringen versuchen, wenn mal für einige Zeit der Schnee ausbleibt.

Und die Teilnehmer am Lansinger Kirchenausflug in der BR-Serie "Dahoam is dahoam" sollen Amberg 2009 ja auch nicht soooooo toll gefunden haben.

Schlimmstenfalls bleibt dem Rest Deutschlands die Vorstellung, dass es hier bei uns viel Landschaft, aber sonst leider nichts gibt. Aber das ist wohl eher etwas für Schwarzseher.

Denn die Vorstellung vom Birgland als Schauplatz des Franken-Tatorts hätte schon etwas. Mit einem verzweifelten Kampf der Nürnberger Kommissare gegen die Maulfaulheit der Oberpfälzer oder - noch schlimmer - gegen die Tücken ihres Dialekts. Aber bitte ohne Untertitel!

markus.mueller@zeitung.org

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