Lokale Aktionsgruppe stimmt über Projekte der Regionalentwicklung ab
Geld für Ideen, die voranbringen

Bei Ensdorf quert der Fünf-Flüsse-Radweg die Vils. Bild: Stefan Gruber
 
In Ammerthal gibt es einen Steinbackofen. Die Köferinger möchten auch einen solchen Dorfmittelpunkt haben. Archivbild: Clemens Zahn

Amberg-Sulzbach. Das Entscheidungsgremium der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Regionalentwicklung Amberg-Sulzbach traf sich, um über Projekte abzustimmen, die mit Unterstützung des europäischen Förderprogramms Leader finanziert werden sollen. Unter Vorsitz von Landrat Richard Reisinger ging es um folgende Einzelprojekte:

Brotbackofen Köfering

Der Heimat- und Kulturverein Köfering möchte in der Dorfmitte einen Brotbackofen errichten. Das Besondere dabei: Der angrenzende Bibelgarten wird einbezogen. In Backkursen sollen später einmal alte Getreidesorten und Kräuter verwendet werden, die bereits in der Bibel erwähnt wurden und im Bibelgarten wachsen. Gesamtkosten: circa 17 000 Euro; zu erwartende Leader-Förderung: circa 6000 Euro. Das Projekt wird mit 40 Prozent der Netto-Kosten gefördert, weil es sich um eine produktive Investition handelt. Besonders lobte das Leader-Entscheidungsgremium die Erstellung des Dachstuhls über eine Projektarbeit einer örtlichen Schule.

Freilichttribüne Wutschdorf

Die Freudenberger Bauernbühne spielte 2015 mit dem Stück "S' Schwalberl" erstmals vor ihrem jetzigen Vereinsheim, einem alten Bauernhof im Oberpfälzer Baustil. Hier soll nun eine Freilichttribüne erbaut werden, um wetterunabhängig zu sein und mehr Zuschauer zu erreichen. Dazu ist ein Nebengebäude für die Bewirtung (mit Toilettenanlagen) geplant. Kosten: circa 190 000 Euro, zu erwartende Leader-Förderung: circa 63 000 Euro (da es ebenso ein wirtschaftliches Projekt ist). Landrat Richard Reisinger meinte dazu: "Die Freudenberger Bauernbühne ist eines der kulturellen Aushängeschilder unserer Region und zieht Gäste weit über die Landkreisgrenze hinweg zu uns. Es freut mich sehr, dass der Verein ein Investition in dieser Größenordnung wagt."

Vaterunser-Weg

Bereits 1374 gab es erste Wallfahrten nach Ammerthal. Mit der Errichtung des Vaterunser-Wegs möchte die Gemeinde an die lange Tradition der Wallfahrt erinnern. Er ist aber auch als Erinnerung an die Ammerthaler Malerin Wilhelmine Müller gedacht. Der Weg mit insgesamt elf Stelen führt vom Unteren zum Oberen Kirchensteig bis zur Liebfrauenkirche. Als Vorlage für die Stelen dienen Ölgemälde, auf denen die Künstlerin das Vaterunser auf Leinwand gebracht hat. Hier fließen auch Gelder aus der Städtebauförderung. Kosten: circa 14.000 Euro, zu erwartende Leader-Förderung: circa 9000 Euro (also eine 60-Prozent-Förderung).

Fünf-Flüsse-Radweg

Der Radweg, der durch fünf Landkreise entlang der Flüsse Pegnitz, Vils, Naab, Donau, Altmühl und Regen führt, bedarf einer Qualitätsverbesserung durch eine einheitliche Beschilderung, thematische Aufwertung der einzelnen Abschnitte und verbessertes Marketing. Gesamtkosten für das Kooperationsprojekt (mit 35 Partnern): circa 185 000 Euro, zu 60 Prozent über Leader finanziert.

Angrenzende Kommunen hatten die Möglichkeit, Projekte, die zum Thema Radfahren passen und an den Weg angrenzen, einzureichen. In Sulzbach-Rosenberg wird dazu ein Radlerrastplatz entstehen, im Landesgartenschaugelände in Amberg ein Wasserstein. Beide Projekte sind aber noch in der Planungsphase.

Kommunen, Vereine oder Privatpersonen aus dem Landkreis oder aus Amberg, die Projektideen haben, können prüfen lassen, ob es dafür Fördermittel gibt. Nähere Infos unter www.lag-amberg-sulzbach.de oder beim LAG-Management (09621/39-171, info@lag-amberg-sulzbach.de).
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