Mitglieder der Jungen Union reisen nach China
Bayern auf der Großen Mauer

Die "Langnasen" aus der Oberpfalz waren besonders in Dirndl und Lederhosen ein begehrtes Fotomotiv auf der Chinesischen Mauer. Bild: Sebastian Söhnlein

China ist anders. Das musste auch die Baumarktkette Obi erkennen, die dort mal 13 Märkte hatte. Der chinesische Konsument lebt aber bevorzugt in einem Hochhaus und hat nur geringen Baumarktbedarf. Also musste Obi die Filialen schließlich wieder veräußern.

Amberg-Sulzbach. Viele solcher Geschichten hörten die neun Mitglieder der Jungen Union Amberg-Sulzbach, die auf Einladung von Alexander Fleischmann China bereisten. Fleischmann arbeitet seit zwei Jahren in Shanghai. Gemeinsam mit ihm hatte Tobias Blödt aus Kümmersbruck als Organisator einen Mix aus Geschichte und Kultur vorbereitet.

Bereits die 430 km/h schnelle Fahrt mit der Maglev, dem chinesischen Ableger des Transrapids, beeindruckte die Teilnehmer und stimmte auf Shanghai als Stadt der Superlative ein. Mit 23 Millionen Einwohnern ist sie eine der größten der Welt. Sehr imponierten der Gruppe der Jadebuddha-Tempel, der eine Buddha-Figur aus weißer Jade von unschätzbarem Wert beherbergt, und der Yu-Garten, ein Beispiel der typisch chinesischen Gartenbaukunst.

Diskussion um Talsperre


Heiß diskutierten die Oberpfälzer die Drei-Schluchten-Talsperre. 2006 wurde die Riesenbaustelle abgeschlossen, deren Notwendigkeit die Befürworter mit dem verbesserten Hochwasserschutz, der Möglichkeit der Stromerzeugung und der Vorteile für die Schifffahrt begründen. Alleine 1954 hatte das Hochwasser auf dem Jangtsekiang über 30 000 Menschenleben gekostet, beim Hochwasser 1994 entstand ein Schaden in Höhe von etwa 20 Milliarden Euro. Die Gesamtkosten der Talsperre werden auf 75 Milliarden US-Dollar geschätzt. Zwei Millionen Menschen mussten umgesiedelt werden und die Anstauung auf 663 Kilometer Länge lässt Experten die ökologischen Auswirkungen nach wie vor schwer abschätzen.

Tief in die Geschichte Chinas konnten die JUler in Xi'an eintauchen. Bei Brunnen-Bohrungen 1974 machten Bauern einen sensationellen Fund: die Terrakotta-Armee, eine auf drei unterirdische Bereiche verteilte Streitmacht, so menschenähnlich, dass man glauben mochte, diese unterirdische Armee könnte die strategische Schlachtordnung der damaligen Zeit sofort in die Tat umsetzen. Auch die riesige Stadtmauer aus der Ming-Zeit hatte es der Gruppe angetan. Sie ist mit 13 Kilometern die längste Chinas, bis zu 12 Meter hoch und bis zu 18 Meter breit und kann mit dem Fahrrad befahren werden.

Begehrtes Fotomotiv


Der letzte Teil der Reise führte nach Peking und zur Chinesischen Mauer. Das im 8. und 5. Jahrhundert v. Chr. als erste Grenzbefestigung entstandene, über 6700 Kilometer lange Bauwerk musste natürlich auch bestiegen werden. Die Oberpfälzer waren im Reich der Mitte ohnehin ein begehrtes Fotomotiv und in Dirndl und Lederhose auf der Mauer für viele Chinesen fast noch interessanter als das Bauwerk.

Weitere Stationen waren der Sommerpalast, der Platz des Himmlischen Friedens und der Kaiserpalast, der auch die Verbotene Stadt genannt wird. Die 720 000 Quadratmeter große Anlage ist von einer zehn Meter hohen purpurnen Mauer umgeben, die Normalsterblichen den Zugang verwehrte. Trotz der Sprachschwierigkeiten und kultureller Unterschiede genossen die JUler die Reise. Gerade die Herzlichkeit und Gastfreundschaft der Chinesen hat es ihnen angetan.
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