Mundart-Ecke
Ein Blescher und ein Schidlerer

Schidlerer und Steberer - Dinge, die dem reifen Getreide gar nicht gut bekommen. Bild: dpa
Hier können Sie sich den Beitrag anhören:



Amberg-Sulzbach. (upl) Sommerzeit, Gewitterzeit: Mit zunehmender Schwüle kracht es zwar im Gebälk der Atmosphäre, aber nicht im Sprachgebrauch der Oberpfälzer.

Im Vergleich zu so manchem Wetterfrosch im Fernsehen behält der Mundartsprecher kühlen Kopf und gibt sich eher wortkarg. Die höchste Warnstufe vor schwerem Unwetter lautet im Dialekt allenfalls: "I glaab, heint kummt nu a Weda." Wobei Weda hier nicht für das Wetter steht, sondern eben für ein Unwetter - im Sommer, wie im Winter.

Weda beinhaltet dann solche Dinge wie einen Schidlerer (Platzregen) oder einen Steberer (stürmischer Niederschlag). Ein Blitzschlag geht in der Regel mit einem Buscher oder Blescher (Donner) einher. Alles Dinge, die jetzt, zur Getreideernte, eher ungelegen kommen. Der Oberpfälzer spricht dabei vom Droi oder Droid (Treid), so wie der Großteil der Bayern.

Nur im westlichen Schwaben und in Teilen Unterfrankens ist für Getreide die Mundartbezeichnung Frucht geläufig. Ernte wandelt sich im Oberpfälzer Dialekt zu Aand oder Arndt, wobei Richtung Weiden und Tirschenreuth zunehmend der Begriff Schniid oder Schneid (Schnitt) verwendet wird. Bekanntes Beispiel ist der Wurzer O'schnid, ein dreitägiges Fest in Wurz im Landkreis Neustadt/WN Anfang September zur Feier des Ernte-Abschlusses.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.