Mundart-Ecke
Mit der Loava auf die Fosenocht

Das sind dann mal so richtige Loavan. Derart ausgestattet lässt sich maschkara göih. Bild: dpa
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Das Faschingswochenende scheint prädestiniert zu sein für die dritte Folge unserer Mundart-Serie. Wann sonst könnte das wunderschöne Wort Loava endlich wieder zur Geltung kommen? Wenn einer eine Loava aufsetzt, dann ist er in diesen Tagen mit ziemlicher Sicherheit unterwegs zu einer Faschingsparty. Loava ist ein Synonym für Maske und die bairische Form der Bezeichnung Larve, die sich wiederum vom lateinischen larva (Gespenst) ableitet. Für jede Art von Maske lässt sich Loava strenggenommen jedoch nicht verwenden. Denn im übertragenen Sinn bezeichnet man mit dem Wort nur die Verstellung eines Menschen, der böse Pläne verbergen will. Daher kommt auch der Ausdruck "einen Verbrecher entlarven". Maskieren hingegen passt zu jeder Art der Verstellung. Also: Loava für jemanden verwenden, der sich als Wolf verkleidet hat. Fürs Rotkäppchen-Kostüm ist der Mundart-Ausdruck dann eher nicht geeignet.

Bleibt ja immer noch das Maschkara-Göih. Wer maschkara geht, der begibt sich schlicht und einfach maskiert unters Volk. Dorthin, wo die Party steigt, wo die Fosenocht tobt. Der Ausdruck Fasching ist im Bairischen eigentlich gar nicht so weit verbreitet, dominiert mittlerweile aber trotzdem. Warum wohl? Vielleicht weil er in München beheimatet ist? In weiten Teilen des Freistaats, von der Bodenseeregion bis nach Mainfranken und nahezu in der gesamten Oberpfalz benutzen die Mundartsprecher den Begriff Fosenocht - gerne auch mit einer extra langen Noocht. Als ob das was mit den langen Nächten in dieser Jahreszeit zu tun hätte...
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