Netzbetreiber stellte Pläne für Süd-Ost-Link vor
Fahrplan für das Erdkabel

In solchen Rohren werden die Erdkabel verlegt. Bild: dpa

Die Energiewende fordert ihren Tribut: Eine der möglichen Trassen für die Leitung, die Windstrom vom Norden in den Süden der Republik bringen soll, verläuft durch den Landkreis Amberg-Sulzbach. Nächste Woche präsentiert der Netzbetreiber seine Pläne.

Amberg-Sulzbach. Wo der Süd-Ost-Link einmal verlaufen soll, ist noch lange nicht ausdiskutiert. Drei Dinge aber stehen fest: Die zu großen Teilen unter der Erde konzipierte Hochspannungsleitung ist dringend notwendig, wenn die Energiewende gelingen soll. Die Trasse wird die Oberpfalz in Nord-Süd-Richtung queren und eine der möglichen Streckenführungen schlängelt sich durch den Landkreis Amberg-Sulzbach.

Um die Bevölkerung über die Pläne zu informieren, lädt der Bayreuther Übertragungsnetzbetreiber Tennet zu einer ganzen Reihe von Versammlungen in der Region ein. Am Donnerstag, 20. Oktober, ist in Hirschau Termin. Die Veranstaltung geht im Josefshaus über die Bühne und ist zwischen 15 und 20 Uhr anberaumt. Tennet hatte bereits in der vergangenen Woche die Bürgerbeteiligung mit der Veröffentlichung möglicher Erdkabelkorridore gestartet.

Frühzeitig informieren


"Wir suchen das Gespräch mit den Bürgern bereits jetzt, weit vor Beginn der Genehmigungsverfahren", wird Lex Hartman, Mitglied der Tennet-Geschäftsführung, in einer Pressemitteilung zitiert. "Uns ist es wichtig, frühzeitig und transparent zu informieren. Die lokalen und regionalen Informationen der Menschen vor Ort können helfen, die Planung zu optimieren", heißt es in der Presse-Info weiter. Bei der Veranstaltung in Hirschau haben Interessierte die Möglichkeit, Tennet-Mitarbeiter aus den Fachbereichen Technik und Umweltplanung sowie Genehmigungs- und Beteiligungsverfahren zum Projekt zu befragen. Per Gesetz wurde festgelegt, bei dieser Gleichstromverbindung vorrangig auf Erdkabel zu setzen. "Die neuen Erdkabelkorridor-Vorschläge basieren auf Kriterien für erdverlegte Leitungen, die sich grundlegend von denen für die Planung von Freileitungen unterscheiden", erklärt ein Tennet-Sprecher. "Zu den wichtigsten Kriterien für die Planung der Gleichstrom-Erdkabelverbindung gehören die Geradlinigkeit und Kürze der Strecke, das Bodenrelief und die Bodenbeschaffenheit. Während der Planungsphase standen die Netzbetreiber in Austausch mit Fachbehörden und anderen Trägern öffentlicher Belange."

Wir suchen das Gespräch mit den Bürgern bereits jetzt, weit vor Beginn der Genehmigungsverfahren.Lex Hartman, Mitglied der Tennet-Geschäftsführung

Im Landkreis-Osten


Die mögliche Trasse durch den Landkreis Amberg-Sulzbach zieht von Norden kommend östlich an Thansüß vorbei, zwischen Großschönbrunn und Ehenfeld hindurch bis östlich von Gebenbach. Dann weiter bis westlich von Steiningloh, an der Amberger Stadtgrenze entlang zwischen Aschach und Lintach weiter bis südlich von Etsdorf. Im weiteren Verlauf führt die Trasse östlich von Ebermannsdorf, Ensdorf und Rieden bis Vilshofen, wo sie den Landkreis Richtung Süden verlässt.

Tennet beschäftigt rund 3000 Mitarbeiter und gilt als einer der führenden Übertragungsnetzbetreiber in Europa. Mit rund 22.000 Kilometern Hoch- und Höchstspannungsleitungen in den Niederlanden und in Deutschland bietet das Unternehmen 41 Millionen Endverbrauchern eine Stromversorgung.

Weitere Informationen zum Thema Tennet finden Sie hier.

Info-VeranstaltungenInsgesamt lädt Tennet im Oktober zu 14 sogenannten Infomärkten ein. Thema ist stets der geplante Süd-Ost-Link. Die drei nächstgelegenen Treffen:

Wernberg-Köblitz:
Mittwoch, 19. Oktober, 15 bis 20 Uhr, Busgasthaus Kettnitzmühle.

Hirschau:
Donnerstag, 20. Oktober, 15 bis 20 Uhr, Josefshaus.

Schwandorf:
Freitag, 21. Oktober, 15 bis 20 Uhr, Oberpfalzhalle.
1 Kommentar
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Dr. Peter Steinbock aus Eschenbach in der Oberpfalz | 19.10.2016 | 21:31  
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