Schüler der Amberger Rupert-Egenberger-Schule besuchen mehrfach den Bio-Sonnehof Regler in ...
Fortschritte dank der Tiere

Andreas, ein junger Mann, der an Autismus leidet, hat große Freude daran, Pferde zu füttern. So glücklich und gelöst erleben ihn seine Bezugspersonen selten. Den Umgang mit Pferden kennt der junge Mann aus der frühen Kindheit in seiner alten Heimat Kasachstan. Bild: hfz

Evgenij, ein junger Mann der an Autismus leidet, lernt es zuzulassen, ein Meerschweinchen auf den Schoß zu nehmen. Andreas hat große Freude daran, Pferde zu füttern. Kinder der Rupert-Egenberger-Schule aus Amberg sammeln neue Erfahrungen auf dem Bio-Sonnenhof Regler in Krickelsdorf.

Amberg-Sulzbach. So glücklich erlebten Andreas seine Bezugspersonen selten. Den Umgang mit Pferden kannte der junge Mann aus seiner frühen Kindheit in der alten Heimat Kasachstan. Die Schüler unternahmen insgesamt 17 Ausflüge zum Sonnenhof in Krickelsdorf. Bei der Gruppe handelt es sich um Jugendliche und junge Erwachsene mit einer Autismus-Spektrum-Störung (ASS) oder einer schweren Behinderung.

Katzen und Alpakas


Sie erhielten die Möglichkeit, mit unterschiedlichen Tieren Kontakt aufzunehmen: Meerschweinchen, Kaninchen, Katzen, Pferde und Alpakas. Den Initiatoren des Projekts, Stefanie Schwendner, Gruppenleitung der Tagesstätte, und Florian Beck, Klassenlehrer, ging es darum, ihren Schülern positive Selbsterfahrungen im Umgang mit den Tieren zu ermöglichen. Erlebnisbäuerin Anita Regler stellte der Gruppe den Gemeinschaftsraum sowie barrierefreie sanitäre Anlagen und eine Reithalle für Tierbegegnungen bei schlechtem Wetter zur Verfügung. Zudem begleitete sie die tierpädagogischen Einheiten. Es wurde Wert darauf gelegt, dass die Schüler in ungezwungener Atmosphäre mit den Tieren in Kontakt treten konnten. Mit jedem Besuch wurden die Jugendlichen mutiger. Die ausgebildeten Therapie-Alpakas Aragon, Pelle und Cäsar, sowie die Pferde suchten interessiert den Kontakt zu den Schülern.

Panische Angst weg


Im Laufe der Besuche entstand zwischen einigen Tieren und den Jugendlichen eine enge Beziehung. Mensch und Tier entwickelten Präferenzen füreinander, begrüßten sich freudig und gingen auf einander zu. Evgenij, ein junger Mann mit ASS, brachte zum Sonnenhof eine fast schon panische Angst vor Kleintieren mit. Nach einigen Treffen forderte er den Kontakt mit einem Meerschweinchen gezielt, nahm es auf seinen Schoß und streichelte es vorsichtig. Auch zu einer kleinen schwarzen Katze, die ihm anfangs heftig Furcht einflößte, traute er sich nach und nach hinzugehen und diese zu berühren.

Martin, ein Schüler, der im Alltag große Schwierigkeiten dabei zeigt, seine Bedürfnisse zu äußern, überwand seine Hemmungen beim Füttern der großen Pferde oder beim Führen eines Alpakas über die Wiese, wobei er den Weg vorgab. Ziel dieser Selbsterfahrungen in der tierpädagogischen Begegnung ist es, dass das dort Erlernte auf andere Bereiche des Lebens ausstrahlt. Der Zuwachs an Selbstbewusstsein hilft den Schülern beim Lernen im Unterricht, beim Umgang mit Mitmenschen oder bei berufsvorbereitenden Praktika in der Werkstatt für Menschen mit Behinderung. Möglich wurde das Projekt durch eine Spende der Firma B&M Marketing (Schwabach). Die Arbeitsgemeinschaft soziale Landwirtschaft trug die Kosten für die Begleitung der tierpädagogischen Einheiten.
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