Seniorinnen aus Amberg-Sulzbach im Wald allein
Altes Navi bringt Frauen auf Eisweg

Unglaubliches Glück hatten am Dienstag zwei Seniorinnen aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach. Ihr Retter war ein Jäger.

Erbendorf/Amberg-Sulzbach. Am Lenkrad eines Opel Astra machte sich eine 78-Jährige zusammen mit ihrer Beifahrerin (81) am späten Nachmittag auf den Nachhauseweg von einem Krankenbesuch in einer Erbendorfer Reha-Klinik.

Wie schon auf der Hinfahrt, benutzte die Frau wieder das Navigationsgerät ihres älteren Autos. Zunächst verlief die Reise auf der B 299 ohne Komplikationen. Am Abspann, der höchsten Stelle des Hessenreuther Berges, gab das Gerät vor, nach links abzubiegen. Die rüstigen Rentnerinnen folgten ohne Zögern der Ansage des Navis und scherten auf einen Waldweg ein. Dass dieser schneebedeckt war, machte ihnen zunächst keine Sorgen. Das sollte sich aber bald ändern.

Immer weiter in den Wald


Die beiden Seniorinnen gerieten immer tiefer und tiefer in den Wald. Insgesamt legten sie eine Strecke von knapp vier Kilometern zurück. In einer vereisten Kurve rutschte der Opel schließlich eine etwa vier Meter hohe Böschung hinunter. Das Auto blieb auf der Seite liegen.

Die Insassen hatten dabei nach Polizeiangaben großes Glück, denn sie überstanden das Malheur völlig unversehrt. Mit vereinten Kräften schafften es die beiden, sich aus dem Fahrzeug zu befreien und die Böschung zum Waldweg hinaufzuklettern. Nachdem sie diesen wieder erreicht hatten, wollte die Fahrerin per Handy Hilfe anfordern. Doch an dieser Stelle war kein Netz verfügbar.

Nachdem sie diesen weiteren Schock überwunden hatten, machten sich die tapferen Ausflüglerinnen zu Fuß auf. Inzwischen begann es zu dämmern. Doch abermals hatte das Duo großes Glück. Als die Havaristen schon geraume Zeit mit völlig unpassendem Schuhwerk auf vereistem Untergrund gelaufen waren, tauchte ein Jäger mit seinem Geländewagen vor den Fußgängerinnen auf.

Der Erbendorfer nahm sich der Damen an und ließ sie zunächst mal in seinen Wagen setzen. Da er das Unfallfahrzeug nicht herausziehen konnte, und auch nicht auszuschließen war, dass Betriebsstoffe auslaufen, verständigte er den Notruf.

Auto abgeschleppt


Die ILS Nordoberpfalz beorderte die Feuerwehr Erbendorf zur Einsatzstelle. Mit einem Allradfahrzeug erreichten die Einsatzkräfte die ungewöhnliche Unfallstelle mitten im Wald und unternahmen alle notwendigen Schritte.

Die zwei Frauen wurden ins Feuerwehrhaus gebracht. Die Bergung des Unfallwagens übernahm am Mittwoch ein Abschleppunternehmen. Den Seniorinnen wird der Ausflug nach Erbendorf wohl noch lange in Erinnerung bleiben.
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