Sicherheitsgespräch im Landratsamt
„Einer der sichersten Landkreise“

Für eine aufgeräumte Stimmung sorgten die guten Zahlen im Landkreis beim Sicherheitsgespräch. Von links: Werner Schüssel (Präsidialbüro), Landrat Richard Reisinger, Polizeipräsident Gerold Mahlmeister, Polizeivizepräsident Michael Liegl, Rainer Schmid (Landratsamt) sowie die Vertreter der einzelnen Inspektionen, Klaus Erras (Sulzbach-Rosenberg), Robert Hausmann (Amberg), Karlheinz Escher (Auerbach), Friedrich Böhm (Verkehrspolizei) und Gerhard Huf (Kriminalpolizei). Bild: Hartl

Nur 2676 Straftaten hat die Polizei 2015 im Landkreis verzeichnet - fast zehn Prozent weniger als 2014, der niedrigste Stand seit 2006. Die Bürger wurden selbst aktiv, um die Zahl der Wohnungseinbrüche zu senken.

Amberg-Sulzbach. "Eines der höchsten Hinweisaufkommen in der Oberpfalz" bescheinigte Polizeipräsident Gerold Mahlmeister am Montag beim Sicherheitsgespräch im Landratsamt den Amberg-Sulzbachern. Die 110 wird so oft rechtzeitig gerufen, dass die Einbruch-Fallzahl nicht nur vom Rekord des Jahres 2014 (57) auf 31 zurückging, sondern dass von diesen auch fast die Hälfte im Versuchsstadium steckenblieb. "Die Bevölkerung ist heute viel aufmerksamer", nannte Mahlmeister einen Faktor für diesen Erfolg. "Wir lassen da immer noch nicht nach", gab er als Devise aus und legte den Bürgern mehr Sicherheitsvorsorge ans Herz: "Ziehen Sie die Tür nicht bloß zu."

Die Aufklärungsquote für alle Straftaten stieg um 1,7 Prozentpunkte auf 65,1 Prozent. "Wir zählen mit zu den sichersten Landkreisen in der Oberpfalz", brachte Landrat Richard Reisinger die Aussagen der Polizei-Vertreter auf den Punkt. Er freute sich zudem über die "positive Bilanz bei den Flüchtlingen, vor allem auch im Umfeld der Notfallunterkünfte". Wo die Syrer in der Kriminalitätsstatistik kaum in Erscheinung träten, seien auf der anderen Seite die Georgier eindeutig überrepräsentiert.

Die Unterkünfte für Asylbewerber sorgen laut Mahlmeister für eine deutliche Mehrbelastung der Polizei - durch notwendige Objektschutzmaßnahmen sowie durch Einsätze der Beamten, wenn es dort zu Streitigkeiten kommt. Die drehten sich oft (der Enge geschuldet) um Nichtigkeiten oder Konflikte zwischen Ethnien. Die Ereignisse der Kölner Silvesternacht haben laut Polizeivizepräsident Michael Liegl auch in der Region das Sicherheitsgefühl negativ beeinflusst. "Die Leute sind sensibler geworden", sagte Mahlmeister. Bei vielen unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen stelle man "durchaus Erziehungspotenzial" fest. "Die Diskussionskultur ist eine andere geworden, das Verständnis geschrumpft", nannte Reisinger als Folge von Köln. Lob gab es für die Kripo, die den Flaschenwurf auf eine Flüchtlingsunterkunft in Hirschau rasch geklärt hatte. "Je länger so etwas ungeklärt bleibt, umso mehr gärt es in der Bevölkerung", beschrieb Kriminaloberrat Gerhard Huf einen Effekt, der dadurch verhindert worden sei.

Auffällig war 2015 der Anstieg der Verkehrsunfälle um 17,5 Prozent auf 2773. Dabei gab es 600 Verletzte (+ 16 Prozent) und 12 Getötete (+ 1). Wildunfälle machen im Landkreis fast 43 Prozent der Gesamtzahl aus. In den Kommunen Freudenberg und Sulzbach-Rosenberg gab es davon sogar jeweils weit über 100, während sie sonst im zweistelligen Bereich blieben. Die Anzahl der Alkoholunfälle ging um 20 Prozent zurück, während zu hohe Geschwindigkeit in 94 Fällen (2014: 87) die Unfallursache war.

Die fünf Schulwegunfälle mit sieben Verletzten hatten laut Polizeidirektor Robert Hausmann einen Hergang, der sich kaum verhindern ließ. Es habe sich aber wieder einmal gezeigt: "Wo Schulweghelfer dabei sind, ist kein einziger Unfall passiert."
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