SkF Amberg feiert 40-jähriges Bestehen seines Pflegekinderdienstes
Mit Pflegeltern einst bundsweit Vorreiter

In 40 Jahren wächst in einer Familie eine neue Generation heran. Wenn der Sozialdienst katholischer Frauen Amberg (SkF) das 40-jährige Bestehen seines Pflegekinderdienstes feiert, dann sind davon mehr als nur eine Familie und eine Generation betroffen.

Sulzbach-Rosenberg. Vor diesem Hintergrund freute sich SkF-Vorsitzende Marianne Gutwein, zu dieser Geburtstagsfeier eine große Zahl von Festgästen begrüßen zu können, allen voran Bayerns Sozialministerin Emilia Müller. Gutwein blickte zunächst auf den Beginn des Pflegekinderdienstes 1976 in Amberg zurück. Engagiert geleitet von der damaligen Sozialarbeiterin Eva Wolf, war dieser Modellversuch nach ihren Worten zunächst nur auf fünf Jahre angelegt. Doch die seinerzeit amtierende Vorsitzende Dr. Elisabeth Hartl kämpfte um die Weiterführung der Arbeit. Dem Weitblick des Kreisjugendamtes und des früheren Landrats sei es zu verdanken gewesen, dass die Vermittlung und begleitende Beratung im gesamten Pflegekinderwesen in Amberg-Sulzbach dem SkF als freiem Träger übergeben wurde.

Statt vier 18 Pflegefamilien


Ein Schritt, der laut Gutwein nicht nur für Bayern, sondern im ganzen Bundesgebiet einmalig war. Was zunächst mit vier qualifizierten Bereitschaftspflegefamilien begann, habe sich bis heute auf 18 erweitert. Diese Familien würden in Vorbereitungsseminaren und jährlichen Fortbildungen in Kooperation mit Jugendamt und Stadt für die immer schwieriger werdenden Aufgaben ausgebildet.

Nach den Grußworten von Franz Birkl und Landtagsabgeordnetem Harald Schwartz stellte die Geschäftsführerin des Landesverbandes, Monika Meier-Pojda, die anerkannte Arbeit des SkF Amberg heraus, die federführend und zukunftsweisend auf andere Projekte bundesweit übertragen wurde. Der Verein werde sich auch weiterhin den Aufgaben der Zeit stellen, zum Beispiel bei der Betreuung minderjähriger unbegleiteter Flüchtlinge.

In ihrer Festrede würdigte Emilia Müller, die selbst Mitglied beim SkF Schwandorf ist, den unermüdlichen Einsatz der Amberger. Der Wirkungskreis umfasse verschiedene Arbeitsfelder, doch vor allem der Pflegekinderdienst habe sich dynamisch entwickelt. Das Konzept des Modellprojekts wurde zum Standard, lobte die Ministerin, die Gutwein und ihren Mitarbeiterinnen insgesamt sehr gute Arbeit bescheinigte. Dazu gehöre, qualifizierte Pflegefamilien zu finden und die Eltern mit umfassenden Angeboten vorzubereiten und weiterzubilden. Vor allem Pflegestellen für immer mehr Kleinkinder würden benötigt, verdeutlichte Müller, auch die inhaltliche Arbeit habe sich geändert. Kontakte zwischen Eltern und Pflegeeltern sollten hergestellt werden, um eventuelle Rückführungen in die Herkunftsfamilien zu ermöglichen.

Unbegleitete Minderjährige


Eine neue Herausforderung sei die große Anzahl unbegleiteter Minderjähriger, die oft traumatisiert Schutz suchten, hob die Ministerin auf das aktuelle Flüchtlingsthema ab. Ihnen soll nach ihren Worten eine Perspektive ermöglicht werden, sie sollten begleitet werden, bis sie ein eigenständiges Leben führen könnten. Müller schloss mit einem Zitat Henry Fords: "Zusammenkommen ist ein Beginn, zusammenbleiben ist ein Fortschritt, zusammenarbeiten führt zum Erfolg." Zwischen den einzelnen Beiträgen unterhielten "Die Diven und der wunderbare Schmidt" mit beschwingten Songs.
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