Soldaten der Panzerbrigade 12 besichtigen alte Sperrvorrichtungen im Landkreis
Auf der Spur der Käseladungen

Amberg-Sulzbach. Es ist ein Stück Regionalgeschichte aus dem Kalten Krieg, das sich Offiziere und Unteroffiziere der Panzerbrigade 12 Oberpfalz angeschaut haben. Sie begaben sich auf die Spuren der Sperrvorrichtungen im Landkreis.

Das begann mit einem Vortrag von Stabsfeldwebel Andreas Götz in der Leopoldkaserne und setzte sich mit Ortsbesichtigungen fort. Götz ist sogenannter Wallmeister in Kümmersbruck - hinter dieser Bezeichnung verbergen sich speziell ausgebildete Pioniere, die für militärische Sperren im Zuge der Landesverteidigung zuständig sind. Letztere waren dafür vorgesehen, meist durch Sprengung Straßen, Brücken und andere neuralgische Punkte für den erwarteten Feind unpassierbar zu machen. Diese Vorrichtungen schoben sich bis an die ehemalige DDR-Grenze heran und Götz war als junger Unteroffizier für eine dieser Sperren zuständig. Die Truppen des Gegners sollten dadurch im Vormarsch verlangsamt, zum Stehen gebracht oder in eine andere Richtung gelenkt werden.

Allein in der Oberpfalz gab es laut Götz 484 Sperrvorrichtungen, von denen 22 noch in Betrieb sind. Die restlichen wurden zurückgebaut oder unter Denkmalschutz gestellt. Zunächst besichtigte die Gruppe bei Bachetsfeld ein Sperrmittelhaus, in dem die Sprengladungen - wegen ihrer Form Käseladungen genannt - aufbewahrt wurden.

Zum Schluss ging es zu einer Sperrvorrichtung an der AS 18 zwischen Hirschau und Ehenfeld. Hier wurden mittels Horizontalbohrung mehrere Sprengrohre unter den Damm getrieben. Bestückt wurden sie einst mit Hilfe einer Seilwinde, die einen Schlitten mit mehreren Ladungen unter den Damm zog, informierte Götz. Diese Sperre ist nach seiner Auskunft ein Denkmal und kann besichtigt werden.
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