Start zum Jahresende
Hirschau neuer Notarztstandort

Zum Jahresende bekommt Hirschau einen eigenen Notarzt-Standort. Das BRK stellt sowohl das Einsatzfahrzeug als auch dessen Fahrer. Bild: Hartl

Das war keine politische Entscheidung, vielmehr sprachen die Einsatzzahlen für sich. Deshalb wird es in Hirschau künftig einen eigenen Notarzt-Standort geben. Und das schon zum Jahresende.

Amberg-Sulzbach. Im Einzugsgebiet des Zweckverbandes für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF), das die Stadt Amberg sowie die Landkreise Amberg-Sulzbach und Schwandorf umfasst, gibt es insgesamt sieben Notarzt-Standorte: fünf im Schwandorfer Bereich, je einen in Amberg und Sulzbach-Rosenberg. Nun soll Hirschau als achter hinzukommen.

Laut OB Michael Cerny, der den Vorsitz des Zweckverbands inne hat, habe es immer wieder eine Berechnung hinsichtlich der Anfahrtswege beziehungsweise der Zeit gegeben. Einen Großteil der Einsätze im Bereich Hirschau/Schnaittenbach und Umgebung deckte bislang der in Schnaittenbach niedergelassene Mediziner Dr. Christian Wolf als sogenannter Außenarzt ab.

Ergebnis aus Gutachten


Grundlage für die Etablierung des neuen Notarzt-Standortes war ein Gutachten, in dem das Institut für Notfallmedizin (INM) in München zu der Auffassung gekommen war, dass in Hirschau der Bedarf vorhanden ist. Laut ZRF-Geschäftsführer Andreas Dommer wurden zwei Leistungen ausgeschrieben: zum einen die ärztliche Besetzung des Notarztstandortes, was aber Sache der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) sei, und zum anderen der Standort selbst. Letzteres bedeutet konkret, dass der ZRF einen Anbieter suchte, der das Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) und dessen Fahrer stellt.

"Beim Auswahlverfahren ist das BRK zum Zug gekommen", informiert Dommer. Während die Zeit, in der ein Rettungswagen beim Patienten sein muss, klar vorgegeben ist (in 80 Prozent der Fälle muss das innerhalb von zwölf Minuten sein), gibt es diese Hilfsfrist für den Notarzt eigentlich nicht. "Das ist nicht gesetzlich definiert", sagt Dommer. Jedoch gibt es eine Richtzeit von Kassen und Ministerium: Der Notarzt sollte nicht länger als 20 Minuten brauchen.

Laut Dommer seien die Einsatzzahlen nicht sprunghaft oder gar massiv angestiegen, sondern hätten in den vergangenen zehn Jahren vielmehr kontinuierlich zugenommen. Bei den Notfällen entfallen immer weniger auf den chirurgischen Bereich. "Da spielt sicher mit rein, dass die Autos immer sicherer werden." Internistische Notfälle, zu denen auch Herzinfarkte und Schlaganfälle zählen, seien hingegen mehr geworden. Dommer und Cerny betonen, es für sei die Bevölkerung gut, dass Hirschau ein zusätzlicher Notarzt-Standort wird.

Wertvolle Unterstützung


Beide unterstreichen aber auch die wertvolle Unterstützung durch Außenarzt Dr. Christian Wolf aus Schnaittenbach. Große bauliche Maßnahmen gehen mit dem neuen Standort nicht einher. In Hirschau betreibt das BRK nämlich bereits eine Rettungswache.

Funk 2.0Die analoge Zeit ist vorbei, längst hat das Digitalzeitalter Einzug gehalten. Da bleiben auch die Rettungskräfte nicht außen vor. Sie stellen auf Digitalfunk um. Dessen Einführung war laut ZRF-Geschäftsführer Andreas Dommer ein Projekt des Innenministeriums. Der Freistaat Bayern war für das Errichten des Netzes zuständig, die Hilfsorganisationen dann für die Beschaffung der Geräte. Bei den Feuerwehren übernahmen dies die Gemeinden. Die Kommunen in der Stadt und in den beiden Landkreisen Amberg-Sulzbach und Schwandorf als Gebietskörperschaften des ZRF schlossen sich zu einer Einkaufsgemeinschaft zusammen und besorgten Motorola-Geräte.

Für den Rettungsdienst übernahm das Bayerische Rote Kreuz zentral die Beschaffung für alle Beteiligten am Rettungsdienst, also unter anderem auch für Johanniter, Malteser-Hilfsdienst, Arbeiter-Samariter-Bund und DLRG. Laut Zweckverbands-Vorsitzendem Michael Cerny wurden die Beschaffungskosten für die Geräte zu 80 Prozent durch den Freistaat Bayern gefördert.

Wie Andreas Dommer ausführt, war für die Einführung des Digitalfunks die Bundesrepublik in sogenannte Netzabschnitte eingeteilt worden. "Wenn ein funktionsfähiges Netz vorhanden war, konnte man anfangen und loslegen", erläutert der ZRF-Geschäftsführer. "Die Polizei funkt schon sehr lange digital." Im Rettungsdienstbereich Amberg können sowohl die Feuerwehr als auch Rettungsdienst digital funken und arbeiten. In Nürnberg funktioniere das beispielsweise nur bei der Feuerwehr untereinander. Andreas Dommer erklärt, warum Amberg quasi "rechts überholt hat": "Wir waren die erste Integrierte Leitstelle, weil wir als letzte fertig geworden sind und dabei alle Voraussetzungen für den Digitalfunk schon geschaffen wurden. (san)
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