Teilnehmer eines Survivalwochenendes berichten
Draußen bei Regen und Kälte

 
Alles, was die Teilnehmer des Survival-Wochenendes brauchten, mussten sie mitschleppen. Bilder: hfz (2)

Schneeregen fällt durch die Baumkronen auf den Waldboden, und es fängt langsam an, dunkel zu werden. Jetzt eilt es mit dem Aufbau des Lagers und mit dem Feuermachen. Kein Problem für die Teilnehmer eines Survival-Wochenendes im winterlichen Landkreis. Ein Erlebnisbericht.

Die Gruppenmitglieder sind keine Anfänger mehr. Gut ausgerüstet und gewappnet gegen die winterlichen Unbilden sind sie gekommen, um sich von Wildnistrainer Christian Rudolf aus Rieden, Ingenieur der Wald- und Forstwirtschaft und Revierjäger, im Wintersurvival unterrichten zu lassen.

Dass das nur etwas für die ganz Harten ist, bestätigt Rudolf sofort: "Die Leute müssen schon die richtige Einstellung mitbringen und dürfen sich auch durch Dunkelheit und von nassem Brennholz nicht aus der Ruhe bringen lassen." Der Lageraufbau schreitet trotz der widrigen Sichtverhältnisse gut voran und wird gerade rechtzeitig vor dem nächsten Regenschauer fertig. Jetzt heißt es Feuerholz suchen. Trockene Äste zu finden, ist in dem nassen Wald schon eine Herausforderung. Der Profi gibt Tipps. "Das feuchtkalte Wetter kann sehr viel unangenehmer sein als zum Beispiel trockene Kälte. Die Brennholzsuche wird dann unglaublich schwer, und wenn Kleidung und Lager nass sind, kann man schon die Lust am Draußensein verlieren", weiß Rudolf.

Endlich: Das Feuer brennt


Aber dann: Endlich lodern die Flammen, das Feuer brennt, und die Teilnehmer können ein warmes Essen kochen und schlüpfen bald in ihre Schlafsäcke. Es gilt Kräfte zu sammeln für den nächsten Tag.

Der Morgen grüßt so feucht, wie sich der Abend verabschiedet hat. Nach einem schnellen Frühstück wartet die erste Aufgabe des Tages auf die Gruppe, die Festlegung der Marschrichtung. Dazu müssen die Teilnehmer erst einmal feststellen, wo sie überhaupt sind. Mit Unterstützung ihres Trainers klappt das recht schnell. Und dann geht's los.

Unterwegs zeigt Christian Rudolf, was alles fürs Lagerfeuer verwendet werden kann. Schließlich regnet es immer noch, und das Feuermachen am Abend soll dieses Mal nicht so lange dauern. Alte Waldrebenblüten, Birkenrinde und vertrocknetes Gras stecken die Teilnehmer in ihre Taschen. An einer Stelle entdecken die Überlebenskünstler Beifuß und Königskerzen, auf einem Feld finden sich Feuersteine.

Nahrung aus der Natur


Ein paar Schritte weiter erklärt der Wildnistrainer, was alles als Fischköder zu gebrauchen ist. Eine tote Maus, Würmer oder Insekten, die im Holz leben, beispielsweise. Um an Nahrung zu kommen, ist der Fallenbau ein probates Mittel, aber dazu ist es unabdingbar, Spuren lesen zu können. Eifrig suchen die Teilnehmer nach Fährten, um einen geeigneten Platz für eine Falle zu finden. Rudolf zeigt nun die unterschiedlichen Möglichkeiten, eine Falle zu bauen. So vergeht der Tag mit Marschieren, Nahrungssuche und dem Aufspüren des richtigen Weges.

Der zweite Abend verläuft etwas lockerer als der erste. Es ist noch hell, das Lager wird schnell aufgebaut, und das Feuer brennt ruckzuck. Dann jedoch fängt es an zu schütten, und die Kocherei funktioniert nur noch unter einem Tarp, einer Art notdürftiger Überdachung, mit einer Plane. Durch den Umbau geht viel Zeit verloren und der Magen knurrt. Die Stimmung ist angespannt. Das ändert sich erst, als eine heiße Suppe die Überlebenskünstler von innen wärmt. Wegen des anhaltenden Regens gehen alle früh ins Bett. Der Morgen weckt die Gruppe mit Sonnenschein. Ein gutes Omen.

Kleidung trocknen


Die Regenpause wird genutzt, um die Ausrüstung und Kleidung zu trocknen, sich an einem Bach zu waschen und ausgiebig zu frühstücken. "Alles zu seiner Zeit", betont Christian Rudolf. "Wenn man in der Natur unterwegs ist, muss man sich anpassen und die Gegebenheiten ausnutzen. Man darf nicht gegen die Natur arbeiten, sonst wird es sehr schwer." Das Fazit der Teilnehmer: "Man kann durchaus auch im Winter draußen leben, es dauert nur alles etwas länger, und völlig ohne Vorbereitung hätten das wohl auch unsere Vorfahren nicht geschafft."
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.