Tipps bei Ortstermin im Wald
So erkennt man den Borkenkäfer

Aufmerksam verfolgten die Teilnehmer beim Ortstermin in Kleinfalz die Erläuterungen der Experten. Bild: hfz

Kleinfalz. Neben einigen dürren, nadellosen Fichten stehen einige auf den ersten Blick saftig grüne Bäume, bei denen die Rinde abzufallen beginnt: Klare Anzeichen für einen Borkenkäfer, den Buchdrucker. Um den Blick dafür zu schärfen, hatten das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Amberg (AELF) und die Waldbesitzervereinigung Sulzbach-Rosenberg (WBV) nach Kleinfalz eingeladen. Über 50 Waldbesitzer aus dem Landkreis waren dabei.

"Dürre Kronen und herabfallende Rinde zeigen, dass der Käfer diesen Baum eigentlich schon wieder verlassen hat. Man sollte ihn aber erwischen, solange er im Baum ist", sagte Hans Eiber, Förster in Illschwang und Urlaubsvertreter von Revierleiter Volker Binner. Forstwirt Herbert Mutzbauer schnitt mit der Motorsäge eine dieser noch gesund aussehenden Fichten um: Unter der äußerlich intakten Rinde zeigte sich ein Rundumbefall mit Buchdruckern in Form von Fraßgängen mit weißen Larven.

WBV-Geschäftsführer Jörg Berendes wies darauf hin, dass sich solche neu befallenen Bäume zum normalen Frischholzpreis vermarkten lassen. Trockene Käferbäume würden dagegen mit einem Preisabschlag von 15 Prozent gehandelt. Mit dem Einschlag könne man auch die WBV beauftragen. Befallene Fichten müssten schnellstmöglich entfernt werden. Ansonsten könnten die Schädlinge im Spätsommer ausfliegen und in anderen Bäumen oder in der Bodenstreu überwintern.

Beratung zu diesem Thema gibt es kostenlos beim zuständigen Förster der Bayerischen Forstverwaltung im Landkreis (www.aelf-am.Bayern.de).

Verräterisches BohrmehlEin Hinweis für Borkenkäfer-Frischbefall ist das braune, schnupftabakartige Bohrmehl, das sich am Stammfuß in Rindenschuppen und Spinnweben sammelt - auch in geringen Mengen ein untrügliches Zeichen, dass der Baum verloren ist. Regen kann es allerdings abwaschen, außerdem verschwindet es mit der Zeit. Manchmal kann man zusätzlich entlang des Stamms auch feine Harztröpfchen sehen. Dann sollte man sofort alle Bäume im Umkreis nach Befallsmerkmalen absuchen, betont Förster Hans Eiber.
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