Tourismustag: Ostbayerns Städte profitieren
Tagesausflüge ein Millionengeschäft

Amberg-Sulzbach/Erbendorf. Nicht nur mit Übernachtungsgästen, auch bei Tagesausflügen lässt sich im Fremdenverkehr gutes Geld verdienen. 88 Prozent der Oberpfälzer unternehmen solche Kurztrips. Sie geben dabei im Jahr rund 250 Millionen Euro aus. Natürlich möchten die Betriebe im Oberpfälzer Wald ein großes Stück von diesem Kuchen abhaben. Der Tourismusverband Ostbayern hat dazu beim Centrum für marktorientierte Tourismusforschung (CenTouris) der Universität Passau eine Studie in Auftrag gegeben. Geschäftsführer Dr. Stefan Mang stellte die Eckpunkte jetzt beim Oberpfälzer-Wald-Tourismustag in Erbendorf vor.

Drei Ausflüge im Monat


Jeder Oberpfälzer unternimmt pro Monat zwei bis drei Tagesausflüge. Dr. Mang rechnete vor, dass dabei ein Gast im Oberpfälzer Wald im Schnitt etwa 18 Euro ausgibt. So kam er auf die gewaltige Summe von knapp 55 Millionen Euro pro Jahr Umsatz für die Urlaubsregion. Das bedeutete aber nur Platz zwei im Oberpfälzer Ranking. Den größten Teil sacken nämlich die ostbayerischen Städte ein: fast 135 Millionen Euro. Im Bayerischen Jura landen etwa 27,8 Millionen Euro, etwas weniger, 24,3 Millionen Euro, im Bayerischen Wald.

Grundlage dieser Zahlen ist eine telefongestützte Befragung. Sie wurden bei 1000 vollstrukturierten Interviews (CATI), bevölkerungsrepräsentativ nach Alter, Geschlecht und Landkreisen aufgeteilt, von Mai bis Oktober 2015 erhoben. Die Resultate gaben beim Tourismustag jede Menge Denkanstöße. Hinter vorgehaltener Hand war zu hören, dass es an der Zeit sei, mehr für den Tagestourismus zu tun. Die CentTouris hat herausgefunden, dass der Oberpfälzer gerne Ziele in seiner Heimat ansteuert - oder solche, die er bereits kennt: "Die meisten Tagesgäste sind Wiederholungstäter", so Dr. Mang.

Prospekte kaum ein Thema


Nachdenklich stimmte viele die Info, dass Prospekte von dieser Zielgruppe als Informationsquelle genutzt werden: Viel wichtiger ist hier klar das Internet. An zweiter Stelle stehen die Tipps von Verwandten, Bekannten, Freunden und Kollegen. Die meisten Gäste geben Geld für Gasthaus- und Restaurantbesuche aus (44 Prozent). Die höchsten Einzelbeträge werden bei Shopping-Ausflügen investiert, nämlich im Schnitt 114 Euro.

Die Gesellschaft zähltFür einen "tollen Ausflug" ist den Befragten eine nette Gesellschaft am wichtigsten (von 62 Prozent genannt). Es folgen schönes Wetter (57) und die Landschaft (56), eine harmonische Familiensituation (54), eine gutes Preis-Leistungs-Verhältnis sowie eine gute Verkehrsanbindung (jeweils 50). Neue Attraktionen rangieren mit 35 Prozent ebenso im hinteren Bereich wie der Punkt "Viele Kinderangebote" (27). (wb)


Nahe Ziele bevorzugtNahe Ziele werden bei Tagesausflügen klar bevorzugt: "Es muss schon etwas ganz Besonderes sein, damit größere Entfernungen in Kauf genommen werden", sagte Dr. Stefan Mang. 97 Prozent der befragten Oberpfälzer bleiben in Bayern. Dabei laufen die Städte dem flachen Land klar den Rang ab. Das am häufigsten genannte Ziel war Regensburg vor Amberg und Weiden. An vierter Stelle, noch vor Neumarkt und Schwandorf, kam die Walhalla. Auch das Waldnaabtal wurde oft genannt. 90 Prozent gaben an, es zu kennen. 70 Prozent waren schon mal da. Gute Werte gab es auch für das Oberpfälzer Seenland (94), den Monte Kaolino bei Hirschau (85), das Sibyllenbad in Neualbenreuth (82), die Historischen Felsenkeller in Schwandorf (82), das Freilandmuseum Neusath-Perschen bei Nabburg (79), das Vulkanerlebnis Parkstein (72) und den Geschichtspark Bärnau (64). (wb)
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