Trocknungsgenossenschaft Amberg agiert in einem schwierigen Umfeld
Trockenheit bereitet Sorgen

Die Spitzen der Trocknungsgenossenschaft mit den interessierten Mitgliedern. Bild: hi

Von der desaströsen wirtschaftlichen Situation innerhalb der Landwirtschaft war bei der Generalversammlung der Trocknungsgenossenschaft (TG) Amberg e. G. die Rede. Die Genossenschaft hatte bei einem schwierigen Umfeld, nicht zuletzt wegen der Trockenheit 2015, erhebliche Probleme.

Amberg-Sulzbach. Vorstandsvorsitzender Josef Rauch (Hahnbach) hieß mit seinem Geschäftsführer Josef Auer (Moos) neben dem neuen Leiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Amberg, Forstdirektor Wolfhard-Rüdiger Wicht, auch Harald Pilhofer, Josef Hummel, Georg Krieger (Drahberg) und besonders den Referenten, BBV-Bezirkspräsident Gerhard Stadler (Niederbayern), zugleich Ausschussvorsitzender in Bayern für tierische Erzeugung und Vermarktung, willkommen. Er lieferte in 70 Minuten einen aktuellen und interessanten Situationsbericht der Landwirtschaft in Bayern und Deutschland ab. Neu gewählt als Vorsitzender wurde Heinrich Riß (Sargmühle), als Aufsichtsräte Stefan Schmid und Wolfgang Singer.

Die TG muss für 2015 einen empfindlichen Jahresfehlbetrag bei einer Bilanzsumme von 631 716,45 Euro hinnehmen, gedeckt aus Rücklagen. Als Gesamtbilanz ist festzuhalten, dass "die Genossenschaft bis jetzt noch gut aufgestellt ist". Ob das so bleiben wird, liege an jedem einzelnen der 458 Mitglieder, sagte Rauch. In seinem Rückblick beklagte er die wenigen Niederschläge und sehr heißen Temperaturen 2015, die dem Aufwuchs bei Grünfutter und Mais sehr schadeten.

Nur zu einem Drittel


Die Bestände hatten in den Trockenlagen keine Kolben, Schnitte fielen aus; bei Grünfutter für Cobs wurden nur 50 Prozent der Vorjahresmenge angeliefert, in Deutschland waren es 31 Prozent. Die Rapspresse sei nur zu einem Drittel ausgelastet, die Besteuerung durch den Staat habe das Geschäft kaputtgemacht. Trotz der schlechten Preise für Milch, Getreide und Fleisch könne man, so Rauch, eiweißreiche Cobs oder Luzerneballen gewinnbringend einsetzen. Für die TG Lengenfeld werde man 2016 weiter Pferdecobs produzieren und verkaufen, am Trockenpreis wolle man auch heuer festhalten. Wichtig sei, dass Gras gut angewelkt und trocken zur Anlage gebracht werde.

Mit genauen Zahlen wartete Geschäftsführer Auer auf. Bei 859 Betriebsstunden wurden 16 322,20 Doppelzentner Trockengut erzeugt, bei Grünmais waren es 182,90, bei Körnermais 890,90 und bei Getreide 124 Doppelzentner. Bei Rapsöl wurden 111 757 Liter gewonnen. Auer dankte vor allem den aktiven Mitgliedern, ,man wolle "die Delle 2015 möglichst minimieren".

Als Nachfolger


Für den Aufsichtsrat legte Max Gebhard den Lagebericht und die vorgeschlagene Verlustdeckung vor. Er wünschte sich eine weitere erfolgreiche Zusammenarbeit von Vorstand und Geschäftsführung mit den Mitgliedern. Josef Hummel vom BBV-Amberg-Sulzbach leitete die Wahlen. Forstdirektor Wolfhard-Rüdiger Wicht stellte sich als Nachfolger von Willibald Götz vor und versprach, sich schnell einzuarbeiten, um auch die umfassende Landwirtschaft neben forstlichen Anliegen bald im Griff zu haben.
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