Übung für Träger von Chemiekalienschutzanzügen (CSA) bei der Rosenberger Feuerwehr
Im gelben Anzug gar nicht putzig

Erfolgreich schlossen zwölf Feuerwehrangehörige den CSA-Wiederholungslehrgang ab. Bilder: hfz (2)
 
Viel Geschicklichkeit war gefragt, um eine pH-Messung an Ammoniak vorzunehmen.

Der schwere gelbe Schutzanzug lässt nur ein schmales Sichtfeld zu. Eng ist diese Hülle, aber bei Chemieunfällen für die Feuerwehrleute unerlässlich und überlebenswichtig. Damit im Ernstfall alles klappt, müssen Träger von Chemiekalienschutzanzügen (CSA) nach Kräften üben.

Amberg-Sulzbach. Zur jüngsten Auflage begrüßte Kreisbrandmeister (KBM) Alexander Graf zwölf CSA-Träger - darunter eine Frau - im Gerätehaus der Rosenberger Wehr. Acht Ausbilder schulten die Aktiven im Bereich Gefahrgut. Einsätze mit solchen Stoffen verlangen enorme Vorkenntnisse zur Erkennung sowie körperliche Ausdauer und Geschicklichkeit. Mit dieser Sonderschulung frischten Spezialkräfte der gastgebenden Wehr, begleitet von zwei Hahnbacher Aktiven, Kenntnisse auf.

Zusätzlich Belastung


Im Vordergrund standen das Tragen des schweren CSA, die Sicherheit beim Arbeiten, das Erkunden von Stoffen sowie der richtige Umgang mit Messgeräten. KBM und Fachbereichsleiter Alex Graf (Ursensollen) und der stellvertretende Rosenberger Kommandant Jochen Sandig eröffneten den Lehrgang.

Graf unterstrich die Notwendigkeit dieser Ausbildung, aber auch die zusätzliche Belastung der Feuerwehrangehörigen. So sei es nicht angenehm, eingeengt und von der Außenwelt abgeschnitten in einem schweren Schutzanzug tätig sein zu müssen und zu helfen.

Nach dem Unterricht im Gerätehaus wechselte man zum Kläranlagengelände der Stadt Sulzbach-Rosenberg nach Unterschwaig. Dort war ein Übungsparcours aufgebaut, in dem es galt, verschiedene Stationen unter schwerem CSA zu bewältigen. Station eins war dem richtigem Anlegen der Schutzkleidung gewidmet. Bei Station zwei galt es Stoff und Gefahren anhand ihrer Kennzeichnung zu erkunden. Durch die eingeschränkte Sicht im Vollschutzanzug, eine nicht einfache Aufgabe, die Symbole und UN-Nummern zu lesen, zu erkennen und weiterzugeben. Erschwerend kam das Besteigen einer Steckleiter hinzu.

Station drei war dem Abdichten von Kanaleinläufen per Kanaldichtkissen gewidmet. An Station vier musste mit Hilfe von Messstreifen der pH-Wert einer Ammoniak-Probe bestimmt werden: in den unförmigen Schutzhandschuhen mit Greifzange ein schwieriges Unterfangen. Mit Hilfe des Übungsmessgerätes des Landkreises, dem EXPLO-Trainer, wurde das richtige Messen von Stoffen geprobt, die entweder schwerer oder leichter als Luft sind.

An der letzten Station, dem Dekontaminationsplatz, wurden die einzelnen Trupps gewaschen und ordnungsgemäß entkleidet, um eine Kontaminationsverschleppung zu vermeiden. Zur Abschlussbesprechung fanden sich Ausbilder und Teilnehmer am Kläranlagen-Betriebshof ein. Lehrgangsleiter Graf zeigte sich zufrieden mit der gezeigten Leistung. Es sei wichtig, dass auf Landkreisebene alle den selben Wissens- und Ausbildungsstand hätten. Besonders im Bereich Gefahrgut müssten alle Handgriffe nahezu blind sitzen.

In trockenen Tüchern


Mit dieser Ausbildung sei man dem Ziel, im Landkreis flächendeckend Spezialkräfte heranzuziehen und zu Einsätzen zu alarmieren, einen Schritt näher gekommen. Die Alarmierung von CSA-Trägern im Landkreis sei in trockenen Tüchern und werde Ende Oktober ans Netz gehen.

Graf verwies noch auf einen CSA-Grundlehrgang, der vom Fachbereich Atemschutz in Kürze angeboten wird. Rosenbergs Kommandant und KBM Jürgen Schloss dankte dem Vorredner für den interessanten Lehrgang für seine Wehr.
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