Verwirrter 83-Jähriger seit Freitagnachmittag aus Seniorenheim verschwunden
Großaufgebot an Rettern sucht Vermissten

Unter der Leitung von Ambergs stellvertretendem Polizeiinspektionschef Werner Pichl (Zweiter von rechts, leicht verdeckt) boten die Einsatzkräfte von Freitag- bis Samstagabend alles auf, was sie an Such- und Rettungsmöglichkeiten zu bieten haben. Neben den Beamten waren Feuerwehr, DLRG, Wasserwacht, Bergwacht und zwei Suchhundestaffeln aus Bayreuth vertreten. Auch ein Polizeihubschrauber kreiste zwei Mal mehrere Stunden über Kastl, was neben dem übrigen Aufgebot zu besorgten Anrufen und Nachfragen von Bür
 
Die Suche mit Spürhunden erstreckte sich vom BRK-Seniorenheim übers ganze Gemeindegebiet von Kastl, brachte aber wie alle anderen Bemühungen bis gestern kein Ergebnis, weshalb die Polizei nun vor allem auf Hinweise aus der Bevölkerung hofft, wo Reinhard Rothkoegel gesehen wurde. Bilder: gf (3)

Ein Großaufgebot von Polizei und Rettungskräften hielt von Freitag- bis Samstagabend Kastl in Atem. Grund war die Suche nach einem Vermissten: Der 83-jährige Reinhard Rothkoegel war aus dem BRK-Pflegeheim verschwunden und nicht wieder aufgetaucht. Die Retter fahndeten nach ihm mit allem, was die Palette an Möglichkeiten hergibt.

Kastl. Dass sie diesen Auftrag so ernst nahmen, lag auch am Gesundheitszustand des Mannes. Reinhard Rothkoegel leidet nach Auskunft der Polizei an Demenz. Doch auch wenn er vermutlich ziellos umherirrt, gelang es bis heute nicht, ihn zu finden. Und das, obwohl vom Zeitpunkt der Alarmierung an so ziemlich alles auf den Beinen war, was die Einsatzkräfte unterschiedlicher Couleur zu bieten haben.

Will er nach Hannover?


Am Freitag gegen 19 Uhr war die Amberger Polizeiinspektion verständigt worden, dass der 83-Jährige wahrscheinlich schon gegen 15.30 Uhr das Haus verlassen hatte. Er soll das auch in der Vergangenheit schon mehrfach versucht haben, war am Rande der Suchaktion zu erfahren. Reinhard Rothkoegel stammt nämlich ursprünglich aus der Gegend von Hannover, hat dort früher beim Autohersteller Volkswagen gearbeitet. Seit er im Seniorenwohn- und Pflegeheim an der Hohenburger Straße lebt, hat er angeblich immer wieder gesagt und gemeint, er müsse zum Dienst.

"Nichts unversucht lassen"


Aus diesem Grund haben die Beamten am Wochenende auch Kontakt mit einem Verwandten des Mannes in Hannover aufgenommen, falls er sich dort meldet. "Wir wollten nichts unversucht lassen", sagte der stellvertretende Inspektionsleiter Werner Pichl und begründete damit auch die großangelegte Suche, die bereits am Freitagabend begann. Nicht zuletzt deshalb, weil die Nächte bereits empfindlich kalt und gerade auf freiem Feld, im Wald oder in Flussnähe zu einer Gefahr werden können. Pichl und alle alarmierten Helfer wollten sich da nach den Worten des Ersten Polizeihauptkommissars "nichts vorwerfen lassen".

Tatsächlich rückte noch am Abend eine Suchhundestaffel aus Bayreuth an, die die ganze Nacht hindurch in der Umgebung nach Spuren forschte und am Samstagmorgen von einem weiteren Team mit ebenso langem Einsatz bis zum späten Nachmittag abgelöst wurde. Auch ein Polizeihubschrauber kam sowohl am Freitagabend als auch am folgenden Vormittag und beteiligte sich mehrere Stunden an der Suche im ganzen Gemeindegebiet und in der weiteren Umgebung.

Wasserretter und Bergwacht


Ein besonderes Augenmerk galt ferner der Lauterach auf mehreren Kilometern. Dort waren die DLRG und die Wasserwacht mit Booten und insgesamt rund 30 Leuten im Einsatz und suchten das Gewässer laut Pichl ebenso akribisch ab - leider oder in dem Fall Gott sei Dank ohne Ergebnis, weil gerade am Fluss mit Schlimmstem zu rechnen war. Neben den Kräften von Polizei und Feuerwehr Kastl, die ebenfalls mit zehn Mann eingebunden war, rückte am Samstag außerdem die Bergwacht an, um mit zwei Quad-Teams durchs unwegige Gelände und die nahe gelegenen Wälder zu fahren. Doch auch diese Suche blieb ohne Resultat.

Am Samstagabend nach rund 24 Stunden Großeinsatz kamen die Retter zu dem Schluss, alles Menschenmögliche getan zu haben. Vor diesem Hintergrund teilte Werner Pichl mit, diese Form der Suche einzustellen. Im Zuge der Streifenfahrten der Polizeiinspektion ging sie aber auch am Sonntag weiter - bisher ebenfalls ohne Hinweis auf Reinhard Rothkoegel.

Wer hat den 83-jährigen Senior gesehen?

Kastl. (ath) Parallel zur intensiven Suche der Rettungskräfte vor Ort war bereits am Samstagmorgen vom Polizeipräsidium in Regensburg eine öffentliche Vermisstenfahndung nach Reinhard Rothkoegel inklusive Foto herausgegeben worden. Darin heißt es, der 83-Jährige dürfte mit einer schwarzen Hose, vermutlich einer Jogginghose, und einer hellgrauen Strickjacke bekleidet sein. Er ist etwa 1,70 Meter groß, hat kurzes graues Haar, eine normale Figur und trägt wahrscheinlich eine Brille.

Markant ist laut Polizei ferner sein leicht nach vorne gebeugter Gang. Auch die Orientierungslosigkeit, mit der der Senior unterwegs sein dürfte, müsse jedem auffallen, der Rothkoegel sieht oder anspricht. Die Beamten hoffen nach der großen Suche am Wochenende nun vor allem auf die Mithilfe der Bevölkerung, den Vermissten zu finden. Hinweise nimmt die Inspektion in Amberg (09621/890-320) oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.
1 Kommentar
Alexander Unger aus Amberg in der Oberpfalz | 26.10.2016 | 13:14  
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