Von Gebenbach nach Großschönbrunn und zum Süßer Berg
Stille Weiher und weite Blicke

Gleich zu Beginn des Weges liegt dieser stille Weiher bei Gebenbach.
 
Ein Kreuzweg, begleitet von mächtigen Linden, führt vom Kalvarienberg auf Großschönbrunn zu. Am Horizont erheben sich links vom Kirchturm die Kösseine im Fichtelgebirge und links davor der Vulkankegel des Armesberges. Bilder: Moser (4)

Diesmal ist es schon eine richtige Wanderung. Rund 15 Kilometer ist sie lang, mit grandiosen Ausblicken. Deshalb unbedingt Fernglas mitnehmen. Es gibt eine ganze Menge zu entdecken, vom Ochsenkopf und dem Rauhen Kulm im Norden bis zum Mariahilfberg im Süden und der Kuppenalb im Westen.

Wir starten in Gebenbach bei der Kirche und gehen neben der Straße in Richtung Hirschau. Nach 500 Metern zweigt beim ersten Weiher ein geteerter Flurweg nach links ab, der bald in einen Feldweg übergeht und zwischen Mais- und Getreidefeldern weiterführt, in denen Kornblumen und wilde Kamille Farbtupfer setzen. Nach eineinhalb Kilometern kommen wir zu einem größeren Weiher im Wald, der wahrlich das Attribut "verträumt" verdient. Entengrütze und klares Wasser schaffen ein Mosaik von moorigem Dunkel und hellem Grün, auf dem Sonnenflecken tanzen. Am Weiher links abbiegen und zuerst durch Wald, dann am Waldrand entlang. Nach 400 Metern stoßen wir auf ein Teersträßchen, dem wir nach rechts bis zum Ende der Straße folgen, wo wir auf die Grünkreuz-Markierung treffen.

Welliges Ackerland


Nun geht es links auf Schotterwegen weiter in Richtung Krickelsdorf. Welliges Ackerland um uns, Waldsaum am Horizont und beim Rückblick nach Süden taucht der Monte Kaolino auf. Gerade aus in den Ort hinein, am Dorfplatz halten wir uns rechts und folgen der Straße. Vorbei an den Wertstoffcontainern führt die Straße in Richtung B 299. Nach etwa 200 Metern zweigt rechts der Wanderweg ab, der mit Blau-Schrägstrich markiert ist. Zuerst am Waldrand entlang, wo wir einen Bildstock mit der Darstellung der Hl. Familie entdecken, dann im Wald wenige 100 Meter steil bergan zur Kreuzbergkapelle. Und hier hat man dieses Aha-Erlebnis, dieses Staunen über die Weite der nördlichen Oberpfalz bis hin zum Fichtelgebirge. Suchen Sie sich möglichst einen klaren Tag aus für diesen Weg. Es lohnt sich, denn Steinwald, Armesberg, Kösseine, Schneeberg und Ochsenkopf sowie der Vulkankegel des Rauhen Kulm bilden diese unvergleichliche Horizontlinie im Norden.

Auf einem Kreuzweg, der von mächtigen Linden begleitet wird, wandern wir auf ungeteertem Flurweg auf Großschönbrunn zu. Von dort grüßt der gedrungene Turm der Pfarrkirche St. Johannes Baptist. Seit 1453 bis um die Wende zum 19. Jahrhundert war das Dorf als Hofmark im Besitz der Stadt Amberg. Nun queren wir die Bundesstraße. Links neben der Bäckerei Heuberger folgen wir dem Ölhofweg. Zuerst marschieren wir auf geteerter Flurstraße, dann auf einem Schotterweg. Meist geht es durch offene Feldflur, ein kurzes Stück auch durch Wald. Unsere Blicke wandern dabei immer wieder nach Norden, zu der am Horizont verblauenden Waldkulisse. Und ganz plötzlich taucht im Rückblick auch der Vulkankegel des Parkstein auf. Nach zweieinhalb Kilometern erreichen wir Ölhof.

Jetzt durch den Ort bis zur kleinen Kapelle St. Laurentius. Hier zweigt nach rechts ein Flurweg durch Wiesen, Felder und lichten Kiefernwald ab. Meterhoher Adlerfarn wiegt sich im Wind und nach eineinhalb Kilometern erreichen wir die Baumwirtsmarter, die an einen hier verunglückten Fuhrknecht erinnert. Der Text auf der Blechtafel daneben mag aus einer anderen Zeit stammen, denn "Grüß Gott mit hellem Klang! Heil deutschem Wort und Sang! Rein wie Gold, stark wie Erz, sei des deutschen Burschen Herz", würde heute niemand mehr schreiben.

Beim Windrad öffnet sich der Blick nach Westen, wo wir uns am Ossinger mit seinem Aussichtsturm orientieren können. Anschließend folgen wir der Rotkreuz-Markierung auf schönem Waldweg hinunter nach Kainsricht, das wir nach zwei Kilometern erreichen. Am Ortseingang links einige Felsenkeller und ein Baum bild mit der Darstellung des Viehpatrons St. Wendelin. Dann geht es durch den Ort, gut einen Kilometer Teerstraße bleiben uns dabei nicht erspart. Am Ortsende, nach einem Bauernhof mit allerhand Gerümpel, biegen wir bei einem Bildstock links ab. Bald geht es durch eine Unterführung auf schattigem Weg nach Gebenbach zurück.

Feinkörnige Sande


Ein Hinweis: Schon von weitem sieht man die Quarzsandgruben bei Atzmannsricht aus den dunklen Wäldern leuchten. Es handelt sich um feinkörnige Sande, entstanden im küstennahen Flachwasser vor etwa 160 Millionen Jahren. Das Farbenspiel der Sandschichten von Violett, sattem Gelb, verschiedenen Rosatönen bis hin zum Weiß ist faszinierend.

Auf der Kuppe der B 299 zweigt nach links (aus Richtung Amberg) eine Schotterstraße ab. Man kann zu Fuß gehen, läuft aber an Werktagen Gefahr, von einem oder mehreren Lastwagen kräftig eingestaubt zu werden. An der Abbruchkante das zweite Seherlebnis: vom Oberpfälzer Wald über den Rotbühl zu Hirmerberg und Johannisberg, dann dem Tannachrücken und nach Westen hin zur Albhochfläche. (Der Abstecher ist auf der Karte gestrichelt eingetragen).

AnfahrtVon Amberg aus über die B 299 in Richtung Freihung bis zur Kreuzung mit der B 14, hier rechts nach Gebenbach, etwa 15 Kilometer. Von Weiden aus über Etzenricht, Kohlberg und Hirschau nach Gebenbach, etwa 30 Kilometer.

Sehenswertes


Die Pfarrkirche St. Johannes Baptist in Großschönbrunn ist eine klassische Chorturmanlage. Neben dem Innenraum ist besonders die Südfassade mit dem Sichtmauerwerk aus Sandsteinquadern einer näheren Betrachtung wert. Deutlich lassen sich an ihm drei Bauphasen von der Romanik über die Gotik bis zum Barock ablesen.

Strecke


Der Rundwanderweg ist 15 Kilometer lang, zum Teil markiert und führt abwechslungsreich durch Wiesen und Wälder. Sehr sonnige Wege, an heißen Tagen früh aufbrechen.

Einkehr


Landgasthof Blaue Traube in Gebenbach, www.traube-gebenbach.jimdo.com

Gasthaus zur Linde in Krickelsdorf, Mittwoch Ruhetag, Telefon 09622/2130
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