Was Burnout fördert: Vortrag von Dr. Armin Rüger
Mär der ständigen Erreichbarkeit

Amberg-Sulzbach. Auch wenn die Managerkrankheit als solche bekannt ist, löst das kein Problem: Das Thema Burnout rückt immer mehr in die Öffentlichkeit. Die SPD-Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) lud zur Infoveranstaltung mit Dr. Armin Rüger. Der Referent zitierte Zahlen der AOK: Von 2004 bis 2010 hätten die Symptome für Burnout um das Zehnfache zugenommen. Rüger betonte, das Burnout keine eigenständige Krankheit sei, sondern eine Zusatzdiagnose bei Problemen in Bezug auf die Lebensbewältigung.

Es gebe rund 150 Symptome. Trotzdem werde der Begriff gerne verwendet, da dieser positiver besetzt sei als eine psychische Erkrankung. Die Gründe liegen oft in einer schlechten betrieblichen Arbeitsorganisation sowie den stetig steigenden Leistungsansprüchen. All diese Faktoren führten zu einem drastischen Anstieg der psychischen Erkrankungen. Insgesamt verursachen psychische Störungen die meisten Krankheitstage. Die Folgen seien häufig Flucht in Alkohol und Medikamentenmissbrauch, um den Arbeits-anforderungen gerecht zu werden.

In der anschließenden Diskussion wurde kritisiert, dass häufig Firmenkulturen Burnout durch unrealistische Zielvorgaben unterstützen würden. Besonders gefährdet seien nach Meinung von Rüger Verkäufer, Kranken- und Altenpfleger oder Lehrer. Es gelte dafür einzutreten, die Firmenkultur zu ändern - weg von der ständigen Erreichbarkeit und den Mechanismen zur Selbstausbeutung. "Nur so lässt sich die Anzahl der Erkrankten auf Dauer senken."
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