Was uns Luther heute noch zu sagen hat
Kritischer Blick auf Reformation

Christian Nürnberger. Bild: hfz

Amberg-Sulzbach. Was hat Martin Luther uns heute noch zu sagen? Mit dieser Frage beschäftigt sich Christian Nürnberger in einem Vortrag zum Auftakt der Amberger ökumenischen Festveranstaltungen zum Reformationsgedenkjahr 2017.

Eingeladen wurde Nürnberger von den evangelischen Kirchengemeinden Ambergs, vom Evangelischen Bildungswerk und der Katholischen Erwachsenenbildung. Er hält seinen Vortrag am Sonntag um 19.30 Uhr in der Paulanerkirche (Eintritt zehn, ermäßigt fünf Euro).

Der prominente Referent ist studierter Theologe, Philosoph, Pädagoge und Ehemann der ZDF-Journalistin Petra Gerster. Er will nicht nur einen kritischen Blick auf die Reformationsgeschichte und das fragwürdige Luther-Lob im Lauf der vergangenen Jahrhunderte werfen. Angesichts der Zunahme von religiös und kulturell bedingten Konflikten in Deutschland und Europa sieht er, dass der Einzelne nicht mehr gleichgültig sein kann und darf. Themen wie "Kreuze raus aus den Schulen", Kopftücher, Burkas, Minarette, Beschneidungen, Flüchtlingselend vor unseren Grenzen, No-Go-Areas, Angst vor Terror und Gewalt bewegen religiöse und nichtreligiöse Menschen gleichermaßen. Sie stellen den Staat und die beiden Kirchen vor neue Aufgaben. Luthers Kraft speiste sich aus der Antwort auf die Frage nach einem gnädigen Gott. Sein bis zur Selbstgeißelung gehender Kampf führte ihn zur Befreiung von seinen Ängsten, zu einer neuen Gotteserfahrung. Die Frage ist, ob sein Kampf von damals es auch heute noch vermag, den Menschen Mut zu machen und sie zu ähnlich befreienden Erlebnissen zu führen.
Weitere Beiträge zu den Themen: Vortrag (148)Martin Luther (27)Reformation (15)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.