Wechsel bei der Waisenstiftung Kaprun
Ex-Landrat Dr. Hans Wagner gibt Vorsitz ab

Führungswechsel bei der Waisenstiftung Kaprun: Vorne der neue Vorsitzende Landrat Richard Reisinger (links) und Ex-Landrat Dr. Hans Wagner. Hinten von links: Josef Kotz, Hans-Martin Schertl, Bernhard Lindner und Dr. Norbert Vogl. Bild: Stephan Dießner

Nach einem Schlaganfall ist der ehemalige Landrat Dr. Hans Wagner nicht mehr öffentlich aufgetreten. Jetzt aber nahm er wieder an einer Sitzung teil - im Rollstuhl. Der Termin war ihm ein Herzensanliegen.

Amberg-Sulzbach. 15 Jahre nach Gründung der Waisenstiftung Kaprun gibt Ex-Landrat Dr. Hans Wagner (81) den Vorsitz ab. Landrat Richard Reisinger wird die Organisation künftig leiten, die Wagner im Jahr 2001 nach der Seilbahnkatastrophe von Kaprun ins Leben gerufen hat. Kaprun - der Name des österreichischen Skiorts am Fuße des Kitzsteinhorns steht für eines der schlimmsten Unglücke, das die Region heimgesucht hat. Bei dem Brand der Gletscherseilbahn am 11. November 2000 starben 155 Menschen, 20 davon aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach.

Für Schule und Beruf


Das Unglück hat die letzten beiden Amtsjahre von Dr. Hans Wagner maßgeblich geprägt. Der Landrat und die Verwaltung des Landratsamtes versuchten damals mit aller Kraft, die überlebenden Opfer und die Hinterbliebenen der Toten zu unterstützen. Sämtliche Hilfsangebote wurden im Landratsamt koordiniert. Ein Ergebnis dieser Arbeit war 2001 die Gründung der Waisenstiftung Kaprun. Sie verfolgt laut Satzung "gemeinnützige und mildtätige Zwecke" und wurde so gestaltet, dass aus den Zinserträgen des Grundstockvermögens, das einst mit 300 000 Mark (etwa 150 000 Euro) ausgestattet wurde, sowohl die Waisen des Unglücks am Kitzsteinhorn als auch andere bedürftige Waisen aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach unterstützt werden können. Stiftungszweck ist die Mitfinanzierung der Kosten einer angemessenen Schul- und Berufsausbildung und einer sinnvollen Freizeitgestaltung der Waisen. Landrat Richard Reisinger dankte seinem politischen Weggefährten für das herausragende Engagement in all den Jahren. Weitere Vorstandsmitglieder sind Josef Kotz vom Landratsamt Amberg-Sulzbach, die amtierenden Bürgermeister von Vilseck und Hahnbach, Hans-Martin Schertl und Bernhard Lindner, sowie Dr. Norbert Vogl vom Landratsamt Amberg-Sulzbach. Der CSU-Politiker Wagner schied 2002 nach 24 Jahren als Landrat aus dem Amt aus. 1970 war er im Alter von 35 Jahren als einer der jüngsten Abgeordneten in den Landtag gewählt worden. Dem Parlament gehörte er acht Jahre an. Im Sommer 2014 erlitt er während einer Routine-Operation einen Schlaganfall, der seine Bewegungsfähigkeit stark einschränkte. Seitdem kämpft er sich mit Reha-Aufenthalten, Bewegungstraining und mit seiner Rolle als zehnfacher Großvater wieder ins Leben zurück.
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