ZNAS beteiligt sich an Pilotprojekt
WLAN im Citybus

In vielen Städten - die Aufnahme entstand in Hamburg - ist kostenfreies WLAN für Fahrgäste in Bussen bereits seit Längerem eingeführt. Archivbild: dpa

Eine Vollklimaanlage in einem ÖPNV-Bus ist zweifellos was Schönes. Möglicherweise sogar eine Premiere in unserer Region. Aber richtig zukunftsweisend ist die zweite Neuerung: WLAN im Citybus.

Amberg-Sulzbach. In vielen größeren Städten sei das bereits Standard, bemerkte Hans-Jürgen Haas, der Geschäftsführer des Zweckverbandes Nahverkehr Amberg-Sulzbach (ZNAS), dazu am Donnerstag in der Verbandsversammlung. Sie stimmte denn auch einem Pilotprojekt mit der Firma Linzer zu. Die schafft sich einen neuen Bus an, der mit WLAN ausgestattet wird. Da er als Citybus Dienst tut, kommt er wegen der unterschiedlichen Umläufe auf allen Linien zum Einsatz.

Allerdings war das WLAN bei der Linienvergabe noch nicht eingepreist, so dass die Firma Linzer beantragte, der ZNAS möge sich doch mit einem Zuschuss von maximal 800 Euro an dem zweijährigen Probelauf beteiligen. Dies entspricht in etwa den Anschaffungskosten, während das Unternehmen selbst laut Haas bereit ist, die laufenden Betriebskosten zu tragen.

Es geht noch mehr


Mit dem Probebetrieb will man feststellen, "ob für das Angebot auch tatsächlich eine Nachfrage besteht". Sollte das der Fall sein, möchte der ZNAS diese Ausstattung "schrittweise auch auf die anderen Fahrzeuge des Amberger Citybus ausdehnen". Allerdings ist noch unklar, ob es dafür eine öffentliche Förderung gibt.

Ziel: Nicht mehr rausfallen


Die Verbandsräte sprachen sich dafür aus, WLAN langfristig für alle ZNAS-Busse anzustreben, auch für solche, die außerhalb von Amberg unterwegs sind. Günther Cermak (SPD), selbst Busunternehmer, sah da allerdings noch große Probleme mit der "Netzbeständigkeit": "Alleine von Auerbach runter fällt man da vier- oder fünfmal raus." Dann sei es für die Nutzer auch nicht attraktiv. OB Michael Cerny hielt dagegen, man müsse sich den schrittweisen Ausbau zum Ziel setzen. "In anderen Ländern ist das Standard." Die Signale aus dem Heimatministerium deuteten ja auch in diese Richtung.

ZNAS Mobi AppModern gibt sich der ZNAS auch mit der Einführung einer eigenen "Mobi App", die laut Geschäftsführer Hans-Jürgen Haas spätestens übernächste Woche scharf geschaltet werden soll. Die Entwicklung der Münchner Firma Mentz DV ähnelt bekannten Fahrplan-Apps und übernimmt die angezeigten Daten direkt von DEFAS, der elektronischen Fahrplanauskunft des Freistaates Bayern. Sie zeigt die nächsten Haltestellen, Abfahrtszeiten, Verspätungen oder Alternativrouten an, aber noch keine Fahrpreise. "Bei DEFAS sind keine Tarifauskünfte hinterlegt", erläuterte Haas dazu. "Wir verweisen da auf die unternehmerische Preisauskunft." Nicht glücklich ist Haas mit der RBO-Auffassung, dass Sperrungen und Umleitungen erst eingepflegt werden, wenn sie länger als sechs Monate dauern. (ll)
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