Ab heute können Milchbauern Anträge auf Mengenreduzierung stellen
Geld für Lieferverzicht

Amberg-Sulzbach. Angesichts der schwierigen Lage auf dem Milchmarkt sieht die Europäische Union die Gewährung einer unionsweit einheitlich anzuwendenden Beihilfe für die freiwillige Verringerung der Milcherzeugung vor. Darauf macht das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Amberg in einer Pressemitteilung aufmerksam.

Die Beihilfe kann voraussichtlich in bis zu vier möglichen Antragsrunden zwischen September und Dezember 2016 beantragt werden. Unionsweit stehen für die Maßnahme 150 Millionen Euro zur Verfügung. Pro Kilogramm reduzierter Milchmenge im Vergleich zu einem vorgeschriebenen Dreimonatszeitraum beträgt die Beihilfe 14 Cent. Sobald das Gesamtbudget verbraucht ist, wird die Maßnahme beendet. Es können also auch weniger als vier Antragsrunden stattfinden.

Antragsberechtigt sind Kuhmilcherzeuger, die bis einschließlich Juli 2016 Milch geliefert haben. Für Milchmengen, die direkt vermarktet werden, kann kein Antrag gestellt werden. Jeder Milcherzeuger kann grundsätzlich nur einen Förderantrag stellen. Ausnahme: In der 4. Runde könnten Antragsteller aus der ersten Runde erneut einen stellen.

14 Cent pro Kilogramm


Pro Kilogramm Verringerungsmenge wird eine Beihilfe von 14 Cent gewährt. Die Menge ergibt sich aus der Differenz der angelieferten Milchmenge im Reduktionszeitraum im Vergleich zum Referenzzeitraum. Es wird jedoch höchstens für 50 Prozent der Menge des Referenzzeitraums eine Beihilfe gewährt. Die Mindestreduktionsmenge beträgt 1500 Kilo. Falls die EU-weit beantragte Mengenreduzierung das verfügbare Budget von 150 Millionen übersteigt, legt die EU-Kommission einen Kürzungskoeffizienten fest. In diesem Fall muss der Antragsteller auch nur die gekürzte Menge reduzieren.

Für Antragsrunde 1 geht der Referenzzeitraum vom 1. Oktober 2015 bis zum 31. Dezember 2015, der Reduzierungszeitraum vom 1. Oktober 2016 bis zum 31. Dezember 2016. Für Antragsrunde 2 ist Referenzzeitraum die Zeit vom 1. November 2015 bis zum 31. Januar 2016. Reduzierungszeitraum: 1. November 2016 bis 31. Januar 2017. In Antragsrunde 3 geht der Referenzzeitraum vom 1. Dezember 2015 bis zum 29. Februar 2016, der Reduzierungszeitraum vom 1. Dezember 2016 bis zum 28. Februar 2017. Antragsrunde 4: Referenzzeitraum 1. Januar 2016 bis 31. März 2016, Reduzierungszeitraum 1. Januar 2017 bis 31. März 2017. Die Endtermine für den Förderantrag sind: für Antragsrunde 1 der 21. September 2016, 12 Uhr; für Antragsrunde 2 der 11. Oktober 2016, 12 Uhr; für Antragsrunde 3 der 8. November 2016, 12 Uhr; für Antragsrunde 4 der 6. Dezember 2016, 12 Uhr. Für die erste Runde kann frühestens am 12. September ein Antrag gestellt werden.

Alles läuft digital


In Bayern muss der Antragsteller seinen Förderantrag in der HIT/ZID-Datenbank erfassen. Da eine Antragstellung in Papierform nicht vorgesehen ist, müssen Antragsteller, die noch keine HIT/ZID-Zugangsberechtigung haben, diese umgehend beim LKV beantragen (vvvo@lkv.bayern.de oder Fax 089/54434870). Nach Erfassung des Förderantrags in der HIT/ZID-Datenbank druckt der Antragsteller ein Formular aus, mit dem er die erforderlichen Nachweise beim zuständigen AELF einreicht.

Folgende Nachweise müssen bis zum 20. September am AELF vorliegen, damit der Antrag als fristgerecht gestellt gilt: ausgedrucktes unterschriebenes Antragsformular, für jeden Monat des Referenzzeitraums die Kopie der Milchgeldabrechnung, für den Monat Juli 2016 eine Kopie der Milchgeldabrechnung, woraus ersichtlich ist, dass in diesem Monat noch Milch abgeliefert wurde.

Die Ämter werden Landwirten die keine EDV-Ausrüstung haben, während des jeweiligen Antragszeitraums betreute Eingabestationen mit Druckern im notwendigen Umfang zur Verfügung stellen. Um Wartezeiten zu vermeiden, empfiehlt das AELF Amberg, den Antragszeitraum möglichst ab dem 12. September zu nutzen. Für geringere Mengenreduzierungen als beantragt gibt es abgestufte, spürbare Abschläge der Beihilfe, jedoch keine Sanktionen. Die Zahlungsanträge werden im Zuge einer Verwaltungskontrolle überprüft. Fünf Prozent der Anträge werden vor Ort kontrolliert.
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