Achtklässler schnuppern in Berufe
Ein Hauch von Berufsalltag

Den Rücken gestärkt: Die Spender besuchen die Kombiklasse HL 7/8 bei ihrer praktischen Elektrogrundbildung im Kolpingwerk (von links): SFZ-Schulleiter Axel Malich, Klassenleiterin Karin Klein und Andrea Ziegler. Es folgen Udo Füssel (Raiffeisenbank Sulzbach-Rosenberg), Alfred Popp (Architekturbüro) und Norbert Klotz (Planungsbüro); ganz rechts: Elektro-Lehrer Hubert Ritz. Bild: Konrad

Den richtigen Beruf zu finden, ist schwer. Schulabgängern fehlen die Erfahrung und das Wissen über die eigenen Fähigkeiten. Das Projekt "Schule - Wirtschaft" zeigt Kindern der achten Klasse einmal pro Woche verschiedene Berufsbereiche.

Amberg. Axel Malich will das Projekt zum Laufen kriegen: "Ich gehe im Sommer in den Ruhestand und will das jetzt anschieben", so der Schulleiter des Sonderpädagogischen Förderzentrums (SFZ) Sulzbach-Rosenberg. Wenn schon die Abiturienten Schwierigkeiten bei der Berufswahl haben, dann gelte das für seine Schüler erst recht.

Berufsfelder kennenlernen


Bereits das zweite Schuljahr in Folge organisierte er für die Achtklässler seiner Einrichtung die praktische Grundbildung bei Kolping. "Die Schulkinder können bei uns einen Ausbildungsberuf kennenlernen", berichtet Andrea Ziegler, Leiterin des Kolping-Bildungswerkes. So können die Mädchen und Buben einiges erfahren, etwa über den Kfz-Bereich, das Elektrowesen, Backen, den Verkauf, den Gartenbau, den Friseur oder Gesundheit und Pflege.

Bei letzterem üben die Schüler zum Beispiel das Anlegen eines Verbands und füttern sich gegenseitig mit Joghurt. "Für den Verkauf haben wir auch einen kleinen Laden inklusive Lager aufgebaut", erklärt Ziegler.

"Wir wollen die Kinder in den ersten Arbeitsmarkt bringen", meint Malich. "Hier bekommen sie eine Entscheidungsgrundlage für ihre Berufswahl. Wenn sie keine Erfahrungen haben, gehen sie oft in einen Beruf nahe am Wohnort. Das ist oft nicht das Richtige. Ihre Entscheidung ist nicht durchdacht", sagt er. Deshalb habe er das Projekt "Schule - Wirtschaft" ins Leben gerufen. Er wolle die Kinder ein Jahr lang praktische Erfahrungen in verschiedenen Berufsfeldern sammeln lassen.

Integration entscheidend


Einmal die Woche kommen die Förderklassen zum Unterricht in das Kolping-Bildungswerk. Eigentlich finanziert der Staat nur eine Berufsorientierungsphase von einer Woche. Dass die Schüler nun viel öfter da sein können, liegt an Spendern aus der Region, die der Sonderschulleiter für sein Projekt gewinnen konnte. Dieses Jahr beteiligten sich die Firmen Klotz, Rubenbauer, Fliesen Peter, das Architekturbüro Alfred Popp, die Zimmerei Kohl und die Raiffeisenbank Sulzbach-Rosenberg. Insgesamt seien 4000 Euro zusammengekommen, gibt Malich an.

"Ich würde mich freuen, wenn wir das weiter machen können", sagt der Schulleiter. "Durch die Praxis lernt man am meisten. Die Erfahrung zu machen, ist besser, als die Beschreibung zu lesen." Die Kinder sollten herausfinden, was sie interessiert und was nicht. "Der Weg ist nicht entscheidend, sondern dass sie integriert werden."
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