Freisprechungsfeier der Innung für Elektro- und Informationstechnik Mittlere Oberpfalz
Handwerk zum Umdenken gezwungen

Christian Glaab, Helmut Haberl, Norbert Klier, Gerhard Ulm und Michael Kunz (hinten von links) zeichneten die Prüfungsbesten Thomas Ruhland, Ralf Mauel und Christian Schreiner (vorne von links) aus. Bild: rid

Wackersdorf/Amberg-Sulzbach. Elektro-Ausbildung ist "männlich": Bei der Freisprechungsfeier der Innung für Elektro- und Informationstechnik Mittlere Oberpfalz in den Raceland-Räumen waren die Männer unter sich. 38 Lehrlinge erhielten den Gesellenbrief zur erfolgreich bestandenen Prüfung im Ausbildungsberuf Elektroniker, Energie- und Gebäudetechnik.

Negativtrend gestoppt


"Die Prüfung war schwer", gestand Obermeister Michael Kunz ein. Vier Absolventen scheiterten. Sie müssen noch einmal antreten. Ausbildungsleiter Norbert Klier war mit dem Ergebnis dennoch zufrieden: "Der Negativtrend der letzten Jahre ist gestoppt." Nicht allerdings die Abwärtsentwicklung bei den Lehrlingszahlen. 252 Jugendliche befinden sich derzeit in den Landkreisen Amberg-Sulzbach, Schwandorf und Cham in einer Ausbildung. 24 weniger als im Jahr zuvor.

Klier appellierte an die Betriebe, auch leistungsschwächeren Schülern eine Chance zu geben. Zur Not müsse man sie nachqualifizieren. "Die rückläufigen Lehrlingszahlen zwingen uns zum Umdenken", so der Ausbildungsleiter. Kreishandwerksmeister Christian Glaab ging noch einen Schritt weiter und richtete die Bitte an seine Handwerkskollegen: "Geben Sie jungen Flüchtlingen eine faire Chance für ein würdiges Leben in unserer Gesellschaft." Mit der Digitalisierung stehe das Handwerk vor einer weiteren Herausforderung. Gleichzeitig beschwört der Kreishandwerksmeister deutsche Tugenden: "Sie stehen in den Betrieben und bei den Kunden hoch im Kurs."

Bundestagsabgeordneter Karl Holmeier sprach von "rosigen Zeiten für das Handwerk" und ermunterte die Absolventen, den "Meister" anzustreben und dazu das Meister-BAföG zu nutzen. Die Energiewende eröffne der Branche neue Betätigungsfelder, ist Schwandorfs stellvertretender Landrat Arnold Kimmerl überzeugt. Gerhard Ulm, Vorstandsmitglied und Vertreter der Handwerkskammer Niederbayern/Oberpfalz, sieht in der Energiespeicherung die Herausforderung der Zukunft. Studiendirektorin Sabine Fersch von der Berufsschule Sulzbach-Rosenberg bat die Absolventen, der Region die Treue zu halten.

Ein Bildungsgutschein


Sachpreise und Urkunden erhielten die drei Prüfungsbesten Thomas Ruhland (92,74 von 100 Punkten), Ralf Mauel (87,36) und Christian Schreiner (85,37). Ruhland wurde zusätzlich mit einem Bildungsgutschein der Handwerkskammer in Höhe von 300 Euro für sehr gute Prüfungsleistungen in der Gesellenprüfung Sommer 2015 ausgezeichnet.

Im Namen der Prüflinge bedankte sich Fabian Haimerl bei Eltern, Lehrkräften und Ausbildern für die Begleitung während der vergangenen dreieinhalb Jahre.
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