Freisprechungsfeier der Metall-Innung Amberg-Sulzbach
So wenig bei der Gesellenprüfung wie noch nie

Den Prüfungsbesten Tim Gebhardt und Joshua Watkins (vorne, von links) gratulierten Kreishandwerksmeister Hans Weber, Innungsobermeister Manfred Rauscher und Bürgermeister Martin Preuß (hinten, von links). Bild: gf

Vor einem "Akademisierungs-Wahn" warnte Bürgermeister Martin Preuß bei der Freisprechungsfeier der Metall-Innung Amberg-Sulzbach. Er gratulierte den jungen Facharbeitern, dass sie sich diesen Trend nicht zu eigen gemacht hätten.

Amberg. Sie hätten lieber auf eine fundierte handwerkliche Ausbildung gesetzt und stünden damit vor einer sicheren beruflichen Zukunft. Bei der Freisprechungsfeier im Haus des Handwerks bedauerte Innungsobermeister Manfred Rauscher, dass die Attraktivität des Handwerks offensichtlich bei der jungen Generation verloren gegangen sei, denn sieben Teilnehmer bei der Gesellenprüfung seien so wenig wie noch nie.

Metallbauer der Fachrichtung Konstruktionstechnik seien dafür ausgebildet, Überdachungen, Fassadenelemente, Tore, Fenster oder Schutzgitter herzustellen, häufig Einzelstücke auf Kundenwunsch. Metallbauer müssten schneiden, nieten oder schweißen, außerdem ihre Produkte warten. Metallbauer arbeiteten in Handwerksbetrieben, aber auch die Industrie schätze Mitarbeiter mit einer handwerklichen Ausbildung.

Wenn das Handwerk als konservativ und altmodisch gelte, dann liege das an seiner langen Tradition. Diesen Betrieben sei es zu verdanken, dass jungen Erwachsenen jährlich Tausende von Lehrstellen zur Verfügung stünden. Bei entsprechender Fort- und Weiterbildung sei der Betriebs- oder Fachwirt oder der Techniker möglich, aber auch der Metallbaumeister mit eigenem Betrieb.

Kreishandwerksmeister Hans Weber betonte, dass mit der Gesellenprüfung die Basis für die Zukunft gelegt sei. Die jungen Facharbeiter hätten Kompetenz, Wissen und ihre Fähigkeiten in theoretischen und praktischen Prüfungen unter Beweis gestellt, könnten sich beruflich weiter entwickeln und seien auf dem Arbeitsmarkt begehrt.

Bürgermeister Martin Preuß bescheinigte den jungen Metallfacharbeitern, dass sie während der Ausbildung Durchhaltevermögen bewiesen hätten. Nun könnten sie die Früchte des Erfolgs einfahren.

Geschwitzt hätten alle, meinte der Prüfungsvorsitzende Bernhard Schmalzl: die Auszubildenden bei der Prüfung, die Prüfer bei der Auswertung. Den jungen Facharbeitern riet Schmalzl, dem Handwerk treu zu bleiben und nicht durch Verlockungen aus der Industrie abtrünnig zu werden. Als Prüfungsbeste mit jeweils der Note 2 wurden Joshua Watkins (Mayerhofer GmbH, Vilseck) und Tim Gebhardt (Metallbau Waldmann GmbH, Auerbach) geehrt.
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