Gesellenbrief für 31 neue Zimmerer
„Handwerkern gehört Zukunft“

In Wolfringmühle war Freisprechungsfeier für die neuen Zimmerergesellen aus den Bereichen Amberg, Schwandorf und Cham. Bild: hfz

31 neue Zimmerer dürfen sich über ihren Gesellenbrief freuen. Sie erhielten ihn während einer Feierstunde im Gasthof Wolfringmühle in Fensterbach. 17 von ihnen glänzten auch durch schulische Leistungen und haben den Mittleren Bildungsabschluss (Realschule) geschafft. 15 gar mit einer Eins vor dem Komma.

Wolfringmühle. Johann Fischer, Obermeister der Zimmerer-Innung Schwandorf, die heuer die Abschlussfeier ausrichtete, zeigte sich über die Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste, Lehrer der Berufsschule Furth im Wald und Eltern erfreut. Er gratulierte zur bestandenen Gesellenprüfung, die, wie er betonte, heuer nicht leicht war und umfangreiche Kenntnisse und Fertigkeit forderte.

"Der Zimmerer ist der führende Fachmann für einen großen Bereich des Bauens", sagte er mit dem Hinweis auf den Holzhausbau, über den Innenausbau, das komplette Erstellen des Dachstuhls mit Eindeckung, den Ingenieurholzbau und den zukunftsträchtigen Markt der energetischen Sanierung von Gebäuden. Dem Zimmererhandwerk sei es immer gelungen, sich den wechselnden Anforderungen durch neue Technologien und Bauweisen anzupassen.

Falsche Entwicklung


"Unserem Handwerk, aber auch allen anderen Handwerkern gehört die Zukunft", zeigte sich Fischer überzeugt. Er bedauerte, dass immer wieder die Qualität der Bildung auf die Erlangung eines akademischen Abschlusses reduziert werde. Dies sei, so der Redner, eine falsche Entwicklung: "Es werden Akademiker gebraucht, aber es ist noch kein Haus, keine Kirche und auch keine Fabrik ohne Handwerker entstanden, welche den Plan lesen können und daraus dann ein Haus mit Hand und Verstand bauen", unterstrich er. "Ihr seid unsere Zukunft!" rief er den neuen Zimmerergesellen zu und appellierte an sie, dass sie diese selbst gestalten und dafür etwas tun müssen.

Der Bürgermeister der Gemeinde Fensterbach, Christian Ziegler, meinte, die Arbeit der Zimmerer sei auch Kunst. Der stellvertretende Landrat von Schwandorf, Arnold Kimmerl, brach ebenfalls eine Lanze für das Zimmererhandwerk und verwies auf die Durchlässigkeit des bayerischen Bildungssystems. Kreishandwerksmeister Christian Glaab sprach den Stolz der Zimmerer an, den sie mit dem Tragen ihrer "Kluft" nach außen zeigten.

15 mit Eins vor Komma


Voll des Lobes war der Außenstellenleiter der Berufsschule Furth im Wald, Studiendirektor Johann Altmann. Er verglich das Leben mit der Olympiade. Mit dem Gesellenbrief sei eine Qualifikation geschafft. Er würdigte die Leistungen seiner Ex- Schüler, von denen 17 den mittleren Bildungsabschluss erreichten und 15 sogar eine Eins vor dem Komma haben. Er stellte die Wichtigkeit heraus, in Zukunft klare, vernünftige Ziele zu haben. Gemeinsam überreichten die Ehrengäste die Gesellenbriefe.

Prüfungsbeste: Daniel Schuster, Loitzendorf (Ausbildungsbetrieb: Zimmerei Pfliegl, Rattenberg); Gabriel Lang, Gleißenberg (Holzbau Penzkofer, Eschlkam).

Aus Bereichen Amberg und SchwandorfPrüflinge Bereich Schwandorf: Sebastian Dobler (Johann Baptist Fischer, Schmidmühlen); Florian Eixenberger (Holzbauer Hasl, Inhaber Michael Ernst, Bodenwöhr); Felix Hartung (Johann Baptist Fischer, Schmidmühlen); Max Pretzl (Zweck Holzbau, Schwandorf); Manuel Sturm (Zweck Holzbau, Schwandorf). Prüflinge Bereich Amberg: Filip Chanczyk (Schuller Holzbau, Ammerthal); Lucas Köppl (Erras Holzbau, Hahnbach); Lukas Pfab (Albert Holzner, Amberg); Stefan Rubenbauer (Rudolf Munker, Sulzbach-Rosenberg).
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