In Michelfeld zwei Banken künftig unter einem Dach
Rot und Blau Hand in Hand

Freude über die Kooperation (von links): Frank Kirchhof, Gerda Deinzer, Arthur Schriml und Michael Sommer von der Raiffeisenbank, Bürgermeister Joachim Neuß, Gerhard Hösl, Josef Pflaum , Maria Barth und Thomas Neukam von der Sparkasse. Bilder: Gebhardt (3)
 
Gemeinsam werben die Banken um einen Besuch in ihrer neuen Doppel-Filiale, die ab 1. Januar in Betrieb gehen wird.

Regionalprinzip statt Konkurrenzdenken: In Michelfeld arbeiten künftig Sparkasse und Raiffeisenbank unter einem Dach - ein Novum in der Region. Das sei wohl der einzige Weg, die Filialen dort zu erhalten, heißt es. Denn die Marktlage sei allgemein eher schlecht.

Michelfeld. Ein Gebäude, zwei Banken - in Michelfeld bahnt sich eine Premiere an: Die Vereinigten Sparkassen Eschenbach/Neustadt an der Waldnaab/Vohenstrauß und die Raiffeisenbank Auerbach-Freihung betreiben ab 1. Januar 2017 eine gemeinsame Beratungsstelle in der Hauptstraße 22.

Der Zusammenschluss bedeute für beide Institute eine Win-win-Situation, freute sich Sparkassen-Vorstandsvorsitzender Josef Pflaum bei der Vorstellung der Kooperation am Mittwoch über das Pilotprojekt. Die bisherige Raiffeisenbank-Geschäftsstelle in Michelfeld werde geschlossen, künftig teile man sich im Sparkassengebäude die Unterhaltskosten und sichere so den Standort.

Beratung gewinnt


Am selben Ausgabeautomaten könnten Kunden von Sparkasse und Raiffeisenbank ab 1. Januar nächsten Jahres kostenfrei Geld abheben. Durch die Zusammenlegung weiteten die beiden Institute ihr Beratungsspektrum aus: Mit den Teams könnten individuelle Gespräche zwischen 8 und 20 Uhr telefonisch vereinbart werden, es gebe zudem die Möglichkeit von Hausbesuchen.

Pflaum blendete kurz zurück auf ein Treffen mit Raiffeisen-Vorstand Michael Sommer in Auerbach: "Wir haben auf Augenhöhe verhandelt, zielgerichtet, konstruktiv und auf einer Wellenlänge." Es ging um Alternativen zur klassischen Schließung von Filialen, ergänzte Sparkassen-Vorstandsmitglied Gerhard Hösl, der auch Sparkassen-Organisationsleiter Michael Feistl dankte. Gemeinsam habe man nun dem Standort genützt und ein Zeichen gesetzt für die Bevölkerung.

Regional hat Vorrang


Bürgermeister Joachim Neuß erachtete die Beratung in der Bank für äußerst wichtig. Er freute sich, dass in Michelfeld das Regionalprinzip vor dem Konkurrenzdenken stehe. Gerade weil die Ausdünnung auf dem Bankfilialen-Sektor so fortschreite, sei es sehr gut für die Michelfelder, wenn beide Institute erhalten blieben. "Ich danke Ihnen beiden, dass Sie weiter geöffnet haben."

Raiffeisen-Vorstandsvorsitzender Frank Kirchhof betonte, dass durch die räumliche Trennung Datenschutz und Bankgeheimnis natürlich uneingeschränkt gewährleistet blieben: "Weder Mitarbeiter noch Kunden haben Einblick in die Geschäfte des jeweils anderen Geldinstitutes."

Bei einem Umbau im Winter wird der klassische Service-Schalter verschwinden zugunsten von Berater-Plätzen der beiden Banken. Die bekannten bisherigen Ansprechpartner bleiben auf beiden Seiten erhalten.

Am Standort vertreten


Das Verhalten der Bankkunden habe sich verändert, immer mehr tätigten heutzutage ihre Bankgeschäfte online. Durch die räumliche Zusammenlegung reagierten beide Häuser darauf. "Mit dieser Kooperation stellen wir die Bargeldversorgung vor Ort sicher und bleiben am Standort vertreten", bilanzierten Pflaum und Kirchhof am Ende gemeinsam. Ihr Fazit: Wenn das Projekt gut laufe, könne man über eine Ausweitung nachdenken.
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