Infoveranstaltung von Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Amberg-Schnaittenbach und Forstrevier ...
Der Kiefer eine Chance geben

Knietief stehen die Waldbesitzer im Beerkraut. Ist es die Ursache für das Ausbleiben der Naturverjüngung? Hier wurden jetzt mit dem Bagger die Krautschicht und die braune Humusschicht vorsichtig bis zum Mineralboden abgeschürft. Matthias Kick (rechts) von der FBG erläutert das Verfahren. Der Bagger ist zur Zeit das einzige maschinelle Verfahren, das von der Rückegasse aus arbeitet. Die Reichweite wird dann durch den Baggerarm begrenzt.
 
Auch ein ferngesteuerter kleiner Forstmulcher von der Firma Kiener wurde vorgeführt. Bilder: Riedl (2)

Der Anblick von Kiefernwäldern mit kniehohem Aufwuchs von Schwarzbeersträuchern in der Bodenvegetation ist im nördlichen Landkreis ein vertrautes Bild. Seit etlichen Jahren mehrt sich nun bei Waldbesitzern und Förstern die Besorgnis, dass der "Nachwuchs" der Kiefer auf diesen Böden ausbleibt, sprich, dass sich keine natürliche Verjüngung des Baumes mehr einstellt.

Amberg-Sulzbach. Dies ist umso bedauerlicher, als die Kiefer dort häufig "am richtigen Platz ist", heißt es in einer Mitteilung der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Amberg-Schnaittenbach. Ein Blick auf die forstliche Standortkarte zeige nämlich, "dass wir es überwiegend mit trockeneren Sanden zu tun haben". Von allen Nadelbäumen komme die heimische Kiefer mit diesen Bedingungen am besten zurecht. Grund genug für Revierleiter Werner Lang (Forstrevier Amberg) und Helga Riedl, Försterin bei der FBG, nach Möglichkeiten zu suchen, um dem Nachwuchs der Kiefer Starthilfe zu geben.

Das Hauptaugenmerk richtete sich bei einer Veranstaltung nahe Aschach auf den Untergrund. Ist es der Bewuchs aus Beerensträuchern oder der Zustand der Boden-Humusauflage, der die Kiefern-Sämlinge ausbremst? Kann man den Sämlingen im wahrsten Sinne des Wortes "den Boden bereiten"?

Unterschiedliche Verfahren


Um diesen Fragen auf den Grund zu gehen, wurde im Gemeindewald eine Versuchsfläche eingerichtet. Streifenweise getrennt, wurde die Bodendecke samt Aufwuchs mit Bagger, Scheibenpflug, Forstmulcher und Fräse durch ortsansässige Unternehmer bearbeitet. Die Verfahren unterscheiden sich überwiegend durch die Arbeitstiefe und -breite sowie teilweise durch das Maschinengewicht. Informationen zu den Maschinendaten, Kosten- und Leistungssätzen und den beteiligten Unternehmern erteilen sowohl die FBG als auch Werner Lang.

Lang, Bewirtschafter des Gemeindewaldes Aschach, legte allen Waldbesitzern vor einer solchen Maßnahme den Blick auf die forstliche Standortkarte ans Herz. Bis auf den Bagger würden alle vorgestellten Maschinen abseits der Wirtschaftsgassen im Bestand fahren. Eine Befahrung sei für jeden Boden eine große Belastung mit Folgen für die Wasseraufnahmefähigkeit und Durchwurzelbarkeit, wurde bei der Veranstaltung betont. Für eine solche Bodenvorbereitung seien daher höchstens sandige Böden vorstellbar. Diese neigten nicht so stark zur Verdichtung und zum Wuchs von Unkraut. Zugriff auf die Standortkarte haben die FBG und die örtlich zuständigen Beratungsförster der Forstverwaltung.

Pflanzen Licht geben


Voraussetzung für eine solche Maßnahme sei stets eine ausreichende Belichtung des Bodens. Wer eine Kiefernnaturverjüngung erzielen will, sollte bereit sein, den Wald im notwendigen Maß auszudünnen und - nach Ankommen der Verjüngung - den kleinen Pflanzen durch weitere Holzentnahmen stets genügend Licht zu geben. Die bearbeiteten Streifen sollten über einige Jahre beobachtet werden. Teilflächen sollten eingezäunt werden, um den Einfluss des Wildes einschätzen zu lernen. Die Ergebnisse werden allen Waldbesitzern bekanntgemacht.

Bei Fragen zu diesem Thema gibt es folgende Ansprechpartner: Helga Riedl und Matthias Kick bei der FBG unter 09621/97 39 03 (Montag bis Donnerstag, jeweils von 9 bis 12 Uhr) oder 0160/96 38 67 86 (Helga Riedl); Werner Lang vom Forstrevier Amberg unter 09621/96 08 16 oder 0174/ 34 68 086.
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