Landwirtschaftsamt weckt bei Informationsfahrt Interesse an Umstieg auf alternative Art der ...
Für Ökomilch bekommt der Bauer 50 Cent

18 Landwirte aus der Region Amberg-Sulzbach interessierten sich dafür, wie ein Betrieb aussieht und bewirtschaftet wird, der unter ökologischen Vorzeichen Milch erzeugt. Bild: hfz

Amberg-Sulzbach. Ermöglicht der Umstieg auf Ökoproduktion einen Ausweg aus der Milchpreis-Misere im konventionellen Bereich? Josef Schmidt vom Amberger Landwirtschaftsamt sieht darin nach einer Lehrfahrt zwar keine Lösung für das Milchmarktproblem insgesamt, "aber für den Einzelbetrieb bietet der Umstieg durchaus gute Chancen, aktiv und nachhaltig schneller dieser Misere zu entfliehen".

Bisher werden laut Schmidt noch größere Mengen an Ökomilch importiert. "Warum nicht diese Menge selbst erzeugen?", fragte er laut Pressemitteilung. "Umliegende Molkereien nehmen sie noch gerne ab." Die sollten dazu aber frühzeitig kontaktiert werden. Eine Beratung zu Umstellungsvoraussetzungen und Wirtschaftlichkeit biete das Fachzentrum Ökologischer Landbau am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Neumarkt.

25 Jahre Erfahrung


18 Landwirte machten sich bei der Lehrfahrt Ökomilcherzeugung mit Schmidt auf in den Landkreis Bayreuth. Organisatoren waren das AELF Amberg und der Verband für landwirtschaftliche Fachbildung. Besichtigt wurden zwei größere Betriebe, die seit jeweils 25 Jahren ökologisch wirtschaften.

Die Betriebsgemeinschaft Küfner-Naiser in Bindlach (170 Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche) hält 170 Kühe mit Nachzucht im vor zehn Jahren gebauten Laufstall. Durch die Zweihäusigkeit und die seitlichen Curtains ist die geforderte nicht überdachte Lauffläche ohne größeren Bauaufwand in den Stall integriert, der ein Gesamtflächenangebot von 10,5 Quadratmeter pro Kuh und ein Fressplatz-Liegeplatz-Verhältnis von 1:1 bietet. Gemolken wird im voll klimatisierten 20er-Karussell. Es wird bewusst auf Silomaisanbau verzichtet. Mit bester Grassilage, ergänzt mit 4,5 Kilogramm Getreideschrot und 1,4 Kilogramm Ökoeiweißkomponente, wird eine Durchschnittsleistung von über 8000 Kilogramm erreicht. Die zwei Betriebsleiter waren offensichtlich zufrieden mit ihrer Betriebsentwicklung und dem derzeitigen Ökomilchpreis von über 50 Cent.

In dem Betrieb Küfner in Untergräfenthal ist der Kuhbestand von 50 im Jahr 1981 in Etappen auf 170 angewachsen. Hier wird im Doppelzehner-Fischgrät-Schnellaustrieb gemolken. Ohne Maisanbau kommt man auf eine beachtliche Milchleistung von 9200 Kilogramm pro Kuh. Abnehmer sind die Coburger Milchwerke. Die Kühe werden in zwei Leistungsgruppen mit einer Voll-Total-Mischrotation gefüttert, wobei in der Hochleistungsgruppe neben vier Kilo Getreideschrot bis zu vier Kilo Ökokörnermais und drei Kilo Ökoeiweißmischung enthalten sind. Zusammen mit dem sichtlich guten Grundfutter ist das die Basis für einen gesunden, gut ausgefütterten, vorbildlichen Tierbestand.
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