Milchbauern leiden unter Tiefpreisen
Resignieren will keiner

Keine leichte Aufgabe erwartet das BDM-Kreisteam mit dem Vorsitzenden Helmut Graf (Fünfter von links) an der Spitze in der kommenden Wahlperiode. Von links: Jürgen Pirner, Matthias Niebler, Manfred Bauer, Andreas Pamler, Helmut Graf, Robert Graf, Christin Schwendner, Franz Meiller, Alfred Götz und Hans Böhm. Bild: oy

Leichter wird der Einsatz für einen Milchpreis, von dem der Erzeuger leben kann, nicht. Helmut Graf will aber im Kampf dafür nicht nachlassen.

Amberg-Sulzbach. Graf wurde bei der Jahresversammlung des Kreisverbandes Amberg-Sulzbach im Bundesverband Deutscher Milchviehhalter im Heldrichsaal in Forsthof als Kreisvorsitzender wiedergewählt. Bei der Versammlung kam die Überzeugung zum Ausdruck, dass die Milchbauern gemeinsam handeln müssten, um Erfolge bei der Milchpreisgestaltung zu erzielen.

Auch wenn es oft für die bäuerliche Landwirtschaft schwierig sei, sollten die Milchbauern nicht resignieren, riet der stellvertretende Landrat Martin Weiß. Denn derjenige, der keinen Widerstand leiste, habe schon verloren. Um zu überleben, sollten alle Landwirte, unabhängig davon, was sie produzieren, nicht gegeneinander, sondern miteinander arbeiten, schlug Leitender Landwirtschaftsdirektor Willibald Götz vor.

Die Gemeinsamkeit in den Vordergrund stellen, das betonte auch Georg Straller, der Vorsitzende der Erzeugergemeinschaft für Qualitätsgetreide Amberg-Sulzbach. Der Natur- und Umweltschutz stehe bei den Bienenzüchtern und dem BDM an vorderster Stelle, betonte der Vorsitzende des Imker-Kreisverbandes Sulzbach-Rosenberg, Andreas Royer.

Die Milchbauern müssen sich bei der Preisgestaltung, wie andere Landwirte auch, auf dem freien Weltmarkt messen, hielt Helmut Graf fest. Nach aktuellen Berechnungen entstünden bei der Erzeugung von Milch pro Liter in Bayern im Durchschnitt 47,79 Cent und bundesweit 44,37 Cent Produktionskosten. Dem gegenüber stehe ein Verkaufspreis zwischen 26 und 29 Cent. Ein wirtschaftlicher Erfolg für die Milchbauern sei damit nicht möglich.

Die Liquiditätshilfen für Milchbauern, Ferkelerzeuger und Schweinehalter mit 69 Millionen Euro aus dem 500-Millionen-Topf der EU bedeuteten nur einen Tropfen auf den heißen Stein. Um die wirtschaftliche Situation zu verbessern, sei eine grundsätzliche Änderung der Milchmarktpolitik der EU und der deutschen Landwirtschaftspolitik nötig, betonte Graf.

Einfache und individuelle Lösungen bei der Melk- und Fütterungstechnik schlug Johannes Eger (Lely-Melktechnik) vor. Es gebe aber nicht nur Chancen, sondern auch Grenzen der Technisierung in der Kälberhaltung. Nicht jede technische Neuerung führe in jedem Betrieb zu einem wirtschaftlichen Erfolg. (Im Blickpunkt)
Die bayerische Milchmarktpolitik wird erleuchtet, die Bundespolitik ist von Altersstarrsinn geprägt, und die Europäische Union wirft gleichzeitig Licht und Schatten.Manfred Gilch


WahlergebnisseAls Kreisvorsitzender wurde Helmut Graf bestätigt. Dem Kreisteam gehören an: Manfred Bauer, Christin Schwendner, Manfred Albersdörfer, Matthias Niebler, Franz Meiller, Robert Graf, Jürgen Pirner, Hans Böhm, Alfred Götz und Andreas Pamler.

Bei der Landesdelegiertenkonferenz vertreten Manfred Albersdörfer, Helmut Graf und Franz Meiller den Kreisverband.

Dank erfuhr Gründungsmitglied Georg Rauch, der aus beruflichen Gründung nicht mehr kandidierte. (bt)
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