Viele Verbraucher bleiben derzeit lieber bei fossilen Brennstoffen
Pellets fehlt Feuer und Flamme

Pellets brennen wie Zunder. Aber richtig heiß auf diese nachhaltige Energieform sind im Augenblick nicht wirklich viele Bürger. Grund sind die historisch niedrigen Öl- und Gaspreise. Sie sorgen dafür, dass Kunden eher bei ihrer herkömmlichen Heizanlage bleiben, als die fossile durch regenerative Technik zu ersetzen.

Amberg-Sulzbach. "Die Pelletsheizung ist nicht tot, aber sie hat es derzeit schwer", bestätigt Gerhard Bergler, Chef der gleichnamigen Mineralöl GmbH in Weiden, die auch mit den Holz-Pressteilen handelt. Er spürt einen geringeren Absatz, was nach seinen Worten durchaus am milden Winter liegt. Selbst dadurch sei der Verbrauch niedriger als in früheren Jahren, die mit kälteren Temperaturen den Verkauf anheizten.

Kaum eine Rückkehr


Strengere Winter und häufig höhere Öl- und Gaspreise ließen die Verbraucher eher über alternative Wärmemethoden nachdenken, als es gegenwärtig der Fall ist. Wobei, wer natürlich schon eine Pelletsheizung hat, kehrt auch jetzt nicht ohne Weiteres zu Öl oder Gas zurück. Es wären schließlich hohe Kosten, die in der Regel nicht so günstig erstellte regenerative Anlage gegen eine fossile auszutauschen, selbst wenn diese in der Anschaffung im Vergleich wieder billiger ist.

Ein solcher Wechsel nur wegen des weltpolitisch bedingten großen Erdölangebots ist auch Reinhard Franz, Einkaufsleiter für Pellets bei der Münchner Baywa-Zentrale, nicht bekannt.

Keiner seiner Kunden in weiten Teilen des Freistaats habe diese Absicht kundgetan - auch in der hiesigen Region nicht. Allerdings ist es nach seinen Worten durchaus so, dass "weniger Leute bereit sind, ihre alte Ölheizung rauszuschmeißen und durch Pellets zu ersetzen".

Solange der Preis für die fossilen Energieträger im Keller ist, blieben viele eben lieber bei ihrer herkömmlichen Brenntechnik. "Der Zubau neuer Anlagen war schon in den vergangenen zwei Jahren nicht so wie erwartet", sagt Franz, begründet das aber ebenso mit zu milden Wintern.

Auch Gerhard Bergler hat nicht diesen Boom gespürt, wie er mal angekündigt war. Nach seiner Ansicht liegt das neben den höheren Herstellungskosten für eine Pelletsheizung auch an deren größerem Aufwand für Pflege und Wartung. Während Öl- und Gaskessel im Prinzip nur bei einer Störung Aufmerksamkeit bräuchten, bedürften Pelletsanlagen einer etwa allmonatlichen Kontrolle.

Ökologische Liebe


"Man muss dahinter sein, sie regelrecht beaufsichtigen", sagt Bergler, der darin "schon sehr viel ökologische Liebe" sieht. Dennoch sprechen er und sein Branchenkollege aus München Pellets ihre Zukunftsberechtigung nicht ab - gerade wegen des für viele tatsächlich immer wichtiger werdenden Umweltaspekts.
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