Zweiter Feldbautag für Landwirte in Köfering
Hitze, zu wenig Regen

Vorsitzender Georg Straller (Mitte, in der Hocke) führte die Bauern auf dem Feld bei Köfering in die Thematik des Frühjahrsanbaus ein. Bild: hi

Köfering. (hi) Zum zweiten Feldbautag führte der Vorsitzende der Erzeugergemeinschaft für Qualitätsgetreide, Georg Straller, in die Thematik der Frühjahrssituation mit Hitze und zu wenig Regen auf dem Feld des Landwirts Michael Ströhl in Köfering neben der Metschl-Halle ein: "Die kühle Witterung im April 2016 wirkte sich positiv auf Raps und Wintergetreide aus", so Straller. Frostschäden beschränkten sich bei Raps auf den Verlust einzelner Schoten und die verringerte Bekörnung von Schoten, die während der Nachtfrostphase gebildet wurden. Das könne durch besseren Schotenansatz der unteren Seitentriebe kompensiert werden.

Wintergetreide, so Straller, habe keinen Schaden genommen. Durch gezielten Einsatz von Fungiziden wurden höhere Ertragsausfälle bislang verhindert. Insgesamt könne man in der Oberpfalz von einer leicht überdurchschnittlichen Ertragserwartung ausgehen. "In Nord- und Westdeutschland", so Straller, "war es in letzter Zeit sehr nass, dadurch ist die Ertragserwartung geringer, was auch für Westeuropa gilt." Mitteldeutschland - gerade die Oberpfalz - brauche dringend Regen. Schwächere Standorte seien von Trockenheit gezeichnet. Dort werde sich in den nächsten Wochen entscheiden, wie die Ernten aussehen. Das gelte auch für die Ukraine und Südosteuropa. Vor allem im Osten der Ukraine, so der Fachmann, werde sich die eingeschränkte Versorgungslage mit Nährstoffen, aber auch anderen Betriebsmitteln, kritisch gestalten. Wenn keine größeren Kalamitäten durch Hitze, Trockenheit, Hagel oder Sturm einträten, könne man europaweit von einer mittleren Ernte ausgehen.

Eine Spitzenernte sei wegen der bisherigen Witterung nicht zu erwarten. Das bedeute, dass ein stärkerer Preisanstieg bei Getreide sich nicht abzeichne, der Rapspreis könnte sich noch etwas nach oben bewegen.
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