„Das geht aufs Herz“
600 Zuhörer erleben bei "Magic auf Queen" ein Comeback ihrer Jugend

Rund 600 Gäste freuten sich auf den rockigen Konzertabend mit Markus Engelstaedter im Tirschenreuther Kettelerhaus und wurden nicht enttäuscht.
Kultur
Kreis Tirschenreuth
20.03.2016
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Markus Engelstaedter begeisterte mit seiner eigenwilligen Interpretation der Queen-Songs von der ersten Minute an. Bilder: ubb (2)

Der Altersdurchschnitt liegt bei gut 50 Jahren. Was das Publikum im mittleren Alter nicht abhält, den Abend zu rocken: 600 Zuhörer erleben im Kettelerhaus mit Ausnahmesänger Markus Engel-staedter und seiner Bühnenshow "The Magic of Queen" ein Comeback ihrer Jugend.

Tirschenreuth. Der Oberpfälzer an sich ist zurückhaltend und von der ruhigeren Art. Aber nicht immer! Es gibt Momente im Leben, da geht auch dieser eher steife Menschenschlag aus sich heraus. Dann lässt auch ein Oberpfälzer sprichwörtlich "die Sau raus".

Ein solcher Moment ist der Samstagabend. Alles beginnt ruhig und gesittet wie gewohnt. Der Saal füllt sich, auf dem Kulturprogramm der Stadt steht "The Magic of Queen Classic" mit Engelstaedter. "Wir sind Kollegen von Hermann ,Sherry' Trautner, dem Gitarristen", berichtet ein junges Paar (22 und 23) aus Bruck. Die beiden gehören zum jüngeren Publikum, das sich an diesem Abend rar macht.

Ein Multitalent


Eine ältere Frau sagt, eigentlich sei das heute mehr die Musik ihrer Kinder, diese seien jetzt auch schon 40. Unter den Gästen sind nicht wenige, die bereits ihren 70., teils sogar 80. Geburtstag hinter sich haben. Für Multitalent Markus Engelstaedter kein Problem. Ausnahmsweise dunkelhaarig, statt wie gewohnt strohblond, betritt er die Bühne. Und schon geht's los. Nein, das ist falsch beschrieben: Engelstaedter "tritt" nicht auf eine Bühne im Sinne von "Hallo und guten Abend. Wie geht es Ihnen?" Der Pressather sorgt von der ersten Minute an dafür, dass sein Publikum keine ruhige Minute mehr hat. Seine Bühnenpräsenz ist unglaublich, seine Hingabe zur Musik bis in jede Faser der Seele spürbar, sein Charme einnehmend von der ersten Minute an.

Es geschieht, was geschehen muss: Zwei Minuten nach Konzertbeginn ist das erste Klatschkonzert entbrannt, Engelstaedter hat sein "Feuerwerk" der Rockmusik mit einem bombastischen Einstieg entfacht. Dem charismatischen Queen-Frontmann Freddie Mercury steht der Pressather in Nichts nach. Engelstaedter ist mit seinem vier Oktaven umfassenden Stimmpotenzial einer der wenigen, der die legendären Queen-Rocksongs und Balladen authentisch interpretieren kann. Lieder wie "Who wants to live forever", "A kind of magic", "Play the games" oder "Bohemian Rhapsody" wecken Erinnerungen an früher. Für "Barcelona" holt sich Engelstaedter die grandiose Opernsängerin Aurora Perry auf die Bühne. Der Ausflug in die Klassik wird mit anhaltendem Applaus belohnt. Dabei bleibt sich Engelstaedter den ganzen Abend selbst treu. Er zeigt seinen Fans keinen Mercury-Verschnitt, sondern besticht durch seine eigene Interpretation: Der Stimmakrobat präsentiert mit seiner Band und dem famosen Streichorchester "The Miracle Symphonics" eine dreistündige Bühnenshow, die den halben Saal noch vor der Pause von den Stühlen reißt.

Schade nur, dass die "hintere Abteilung" des Kettelerhauses dieses besondere Feeling und den Zauber des Abends nicht richtig gut mitbekommt. In der Hälfte des Saals bricht die Akustik zusammen, es ist schlichtweg einfach zu leise für Rockmusik. Einige Gäste entschließen sich, weiter nach vorne zu kommen. Jetzt hat Engelstaedter sein Publikum dort, wo er es von Anfang an wollte. "Immer dasselbe. Erst am Schluss steht ihr endlich alle auf!", ruft er lachend.

Glückliches Strahlen


Junge Mädchen tanzen ausgelassen zu "We are the Champion", als Zugabe gibt es die Queen-Best-Offs im Zeitraffer. Nun zücken auch ältere Damen ihre Handykameras, Geschäftsfrauen aus dem Landkreis rocken vor der Bühne, überhaupt strahlen die weiblichen Gäste besonders glücklich. "Das geht aufs Herz", sagt eine etwa 50-jährige Tirschenreutherin. Meint sie den Bass, der durch die Verstärker dröhnt, oder den durchaus attraktiven Sänger? Nun, Markus Engelstaedter jetzt schon als charismatisch wie sein Vorbild Mercury zu bezeichnen, wäre wohl etwas übertrieben. Aber der Pressather ist auf dem besten Weg dazu. Und er hat versprochen, wieder nach Tirschenreuth zu kommen. Hoffentlich bald!
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