Gemeinsame Kultur der Wegbereiter einer gemeinsamen Zukunft
Zum Studium ins Mittelalter

Seit fünf Jahren bereits wird in Bärnau Geschichte lebendig. Das grenzüberschreitende Freilichtmuseum lässt die Besucher in die Welt des Mittelalters eintauchen. Darüber berichtet am Gründonnerstag auch live die Abendschau des Bayerischen Fernsehens zwischen 17.30 und 18.40 Uhr. Archivbild: Grüner
Kultur
Kreis Tirschenreuth
23.03.2016
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Etwas Süßes gab es für den tschechischen Ehrengast Dr. Anna Matouskova von Bayerns Staatssekretär Albert Füracker. Bild: jr

Ob's für ein eigenes Hinweisschild schon reicht, sei einmal dahin gestellt: Aber Bärnau fühlt sich als Universitätsstadt. Und das kommt nicht von ungefähr.

Bärnau. Grenzüberschreitend arbeitet der Geschichtspark Bärnau-Tachov ja schon immer. Zum fünften Geburtstag des Mitmach-Museums gab es jetzt ein besonderes Geschenk: Mit den Universitäten Prag, Pilsen und Bamberg sowie dem Westböhmischen Museum Pilsen wurde eine enge Zusammenarbeit ratifiziert, aus der das Archäo-Zentrum Bayern-Böhmen entstehen soll. Das Heimatministerium fördert diese Nahtstelle, wie bereits berichtet, mit 95 500 Euro. Künftig werden also Studenten aus Tschechien und Deutschland Teile ihrer Ausbildung im Geschichtspark Bärnau absolvieren.

Vorsitzender Alfred Wolf sah beim Frühjahrsempfang am Dienstag im Beisein hochrangiger Politiker aus beiden Ländern einen wichtigen Tag für den Trägerverein "Via Carolina". "Mit dieser außergewöhnlichen Zusammenarbeit über Grenzen hinweg werden die 600 Mitglieder belohnt, die alleine über 50 000 ehrenamtliche Arbeitsstunden geleistet haben." Wolf dankte vor allem Stefan Wolters. "Er stellt das Herzblut des Geschichtsparks dar." Der Sprecher sah in Bayern und Böhmen entlang der Grenze wieder eine gemeinsame Region. "Es wächst zusammen, was zusammen gehört."

Tschechiens stellvertretende Kulturministerin Dr. Anna Matousková erkannte im Geschichtspark Bärnau-Tachov eine wichtige Aufgabe. "Die böhmisch-bayerischen Beziehungen haben eine eigene Dynamik entwickelt, die wichtig ist für eine noch bessere Zusammenarbeit." Die Ausstellung zum 700. Geburtstag für Karl IV. sei ein weiterer Gradmesser für die enge Zusammenarbeit. Gleichzeitig zeigte sie sich überzeugt, dass hier noch viel Potenzial schlummert, das jetzt geweckt werde.

Staatssekretär Albert Füracker bestätigte das. "Dem Heimatministerium ist die Zusammenarbeit hier in dieser Region sehr wichtig." Mit der Unterzeichnung des Memorandums werde das noch weiter vertieft. "Bärnau liegt an der Goldenen Straße von Nürnberg nach Prag. Sie haben hautnah die Entwicklung an dieser wichtigen Straße in den vergangenen Jahrhunderten miterlebt." Füracker dankte dem Verein "Via Carolina". Der Geschichtspark zeige, "was mit viel Fleiß und Einsatz möglich ist". Die Zusammenarbeit mit gleich drei Universitäten sei ein Beweis für den hohen bildungspolitischen Anspruch.

Bezirkstagspräsident Franz Löffler hob an der Nahtstelle im Herzen Europas ebenfalls die grenzüberschreitende Arbeit hervor. Gemeinsam müsse man die sich bietenden Chancen nützen, damit aus einem ehemaligen gemeinsamen Grenzraum eine Region werde. "Unsere gemeinsame Kultur ist der Wegbereiter für eine gemeinsame Zukunft."

Stefan Wolters stellte abschließend aktuelle Projekte des Geschichtsparks vor. Zuvor dankte er der Politik und der Wirtschaft für die Unterstützung, "denn ohne sie, wäre vieles nicht möglich gewesen". Wolters betonte, dass bislang über 90 000 Besucher im Geschichtspark gezählt wurden. Jährlich fänden bis zu 390 Führungen statt. Als nächstes werde das Begleitprogramm für die große Sonderausstellung für Karl IV. erarbeitet.
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