Kulturelle Kleinode
Bayerisches Fernsehen zeigt die Schönheiten des Landkreises Tirschenreuth

Moderatorin Annett Segerer (links) im Gespräch mit der einstigen Teichnixe Franziska Zeitler. Bild: BR
Kultur
Kreis Tirschenreuth
13.01.2016
2457
0
 
Landrat Wolfgang Lippert gratuliert Michael Zehetmair zum gelungenen Landkreis-Film. Bild: bz

Zu hören war er nicht, aber ein Stein ist Michael Zehetmair schon vom Herzen gefallen. Eben hat der BR-Redakteur beim Preview seines neuen Films über den Landkreis das größte Kompliment erhalten, das man aus dem Munde eines Oberpfälzers hören kann: "Passt schon."

Tirschenreuth. Das war vor einem Jahr ganz und gar nicht so. Da musste sich der Leiter der Abteilung Kultur und Familie harsche Kritik über seinen Vierteiler "Schöne Oberpfalz" anhören. Da war dem Münchner vorgeworfen worden, eine einsame, hinterwäldlerische Gegend gezeichnet zu haben. Es hagelte Protestschreiben, der Intendant wurde eingeschaltet, ja selbst der Rundfunkrat diskutierte die Sendung.

Was folgte, war eine Entschuldigung, eine Aussprache und schließlich das Angebot, den nördlichsten Landkreis der Oberpfalz aus einem neuen Blickwinkel vorzustellen. Das geschieht nun am Sonntag, 17. Januar, um 16 Uhr in der BR-Sendung "weiß blau", ein Kulturformat, das seit 2007 ausgestrahlt wird. Einen ersten Eindruck von dem gut 45-minütigen Film gab es jetzt im großen Sitzungssaal des Landratsamtes.

Wobei der Kreis der Interessierten überschaubar war. Und so bedauerte Landrat Wolfgang Lippert denn auch, dass sich außer Franz Stahl, Bernd Sommer und Max Bindl kein weiterer Bürgermeister blicken ließ und auch die Fraktionsvorsitzenden im Kreistag durch Abwesenheit glänzten. Dafür überzeugten sich einige der Akteure, wie sie denn am Sonntag so rüberkommen werden.

Um das Ergebnis vorweg zu nehmen: bestens. Moderatorin Annett Segerer nimmt die Zuschauer mit auf eine Reise durch die Kleinode des Landkreises Tirschenreuth, wobei der Schwerpunkt dem Anspruch der Sendung entsprechend schon auf der Kultur liegt. Die reicht von der Tirschenreuther Passion über ein Gespräch mit der einstigen Teichnixe Franziska Zeitler über traditionelle Fischwirtschaft und einem Spaziergang mit der Künstlerin Susanne Vonhoff entlang des "Phantastischen Karpfenwegs" in Kemnath bis hin zum grenzüberschreitenden Geschichtspark Bärnau-Tachov.

Natürlich darf der Falkenberger Zoigl nicht fehlen. Und wo der ist, ist auch die Zoiglmusik nicht weit. Dass deren Auftritt nicht in einer Zoigl-Wirtschaft, sondern in der historischen Wirtsstube vom "Roten Ochsen" gedreht wurde, ist wohl eine Hommage an einen der ältesten Gasthöfe der Oberpfalz.

Weiter geht es zur Burgruine Weißenstein im Steinwald, zum Waldecker Schlossberg, zum Hirschentanz und schließlich ins Sibyllenbad und zum Eisenbühl nach Neualbenreuth und der Frage, warum der Vulkanismus das Landschaftsbild so geprägt hat. Freilich kommt auch das Kloster Waldsassen mit seiner Basilika und der Bibliothek zu Wort, ist in herrlichen Aufnahmen der Klostergarten mit der Umweltstation zu sehen.

Kleine Abstecher zu besonders erfolgreichen Unternehmen der Region, wie etwa den Fahrradhersteller Cube in Waldershof, den SAP-Logistiker IGZ in Falkenberg sowie der Glashütte Lamberts als einen von weltweit nur noch drei Herstellern von mundgeblasenem Flachglas dürfen nicht fehlen. In Mitterteich trifft Annett Segerer nicht nur auf den von Engelbert Süß entworfenen Brunnen, sondern auch auf die Krippenschnitzer und ihre aktive Jugendgruppe.

Co-Moderator Wolfgang Binder macht sich in der Sendung Gedanken über den Komponisten Max Reger in Brand und den dem Wanderprediger Abraham a Santa Clara zugeschriebenen Totentanz-Zyklus in der Wondreber Kapelle. Und dann ist da noch die "Himmelsleiter" in der Waldnaabaue mit dem phantastischen Blick über die Tirschenreuther Teichlandschaft.

Fische auf den Bäumen sehen
Angemerkt von Berthold Zeitler

Das Wort Wiedergutmachung, nein, das fällt jetzt nicht unbedingt bei der Vorstellung des neuen Landkreisfilms. Eher orientieren sich die Macher an einem Satz der Kemnather Künstlerin Susanne Vonhoff: "Wer den Himmel im Wasser sieht, sieht die Fische auf den Bäumen."

Heißt: Man muss auch mal die Perspektive wechseln. Und das tut der Film über kulturelle Kleinode im Landkreis ja auch. War der vielgescholtene Beitrag vom vergangenen Jahr eher eine "romantische Verklärung der Ruhe", wie es Redakteur Michael Zehetmair einmal gesagt hat, so ist in den 45 Minuten kommenden Sonntag ein gelungenes Potpourri aus Innovation und Tradition, aus Kultur und Wirtschaft zu sehen.

Ein Film, der den Zuschauer neugierig macht. Und der wiederum dann diese Neugier vielleicht mit einem persönlichen Besuch hier im Landkreis stillen will. Zweck erfüllt. Also doch eine Wiedergutmachung.

berthold.zeitler@derneuetag.de
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.