Radtour durch westlichen Landkreis Tirschenreuths
Jede Menge Höhen

Kurz vor Ende der Radtour durch den westlichen Landkreis Tirschenreuth lohnt sich das Innehalten am Großen Hirschbergweiher bei Immenreuth. Bilder: stg (4)
Kultur
Kreis Tirschenreuth
07.05.2016
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Auf dem Streckenabschnitt, der über den Fichtelnaab-Radweg führt, sind auch viele Rennräder unterwegs. Für die ganze Tour sind allerdings eher Trekking- oder E-Bikes zu empfehlen.

Eine gute Kondition, ein gutes Fahrrad und einen guten Blick für die Schönheiten der Natur - mit diesen Voraussetzungen ist man auf dem Radrundweg mit dem etwas nichtssagenden Titel "TIR 14" ganz richtig.

Rund 45 Kilometer lang ist die Strecke, die durch den westlichen Landkreis Tirschenreuth führt. Als Radfahrer sollte man trainiert sein, um die mitunter ziemlich steilen Anstiege - die oberpfälzische Umschreibung "gach" trifft es wohl deutlich - zu meistern. Aber auch hier gilt: Nach jeder Berg- kommt auch wieder eine entsprechende Talfahrt.

Für kleine Kinder ist die Tour nicht geeignet, wer Besitzer eines E-Bikes ist, kann sich glücklich schätzen. Und entsprechend viel Zeit sollte man auch einplanen: Denn neben der an sich schon stattlichen Tour gibt es zahlreiche Möglichkeiten zur Einkehr, und ein Abstecher auf den Schlossberg mit seiner Burgruine bei Waldeck bietet sich auch an. Idealer Start- und Zielpunkt des Rundwegs ist in Immenreuth beim Bahnhof: Wer nicht mit dem Zug ankommt, kann hier auch sein Auto mit Radständern auf der Anhängerkupplung stehenlassen. Los geht es einige hundert Meter die Bahnhofstraße entlang bis zur Brücke auf der Weidenberger Straße (dann ist man so richtig auf dem Weg "TIR 14"), diese überqueren und dann wieder rechts abbiegen in die SOS-Kinderdorf-Straße.

Asphaltierte Wege


Es dürften insgesamt 80 bis 90 Prozent der Strecke sein, die über asphaltierte Wege führen. In der Regel sind es mäßig befahrene Ortsstraßen und Gemeindeverbindungsstraßen, zwei minimale Abschnitte führen auf die Staatsstraße, außerdem ist ein längerer Waldweg sowie eine lange Passage des Fichtelnaab-Radwegs dabei. Von Rennrädern sollte nicht nur wegen des Waldwegs Abstand genommen werden, sondern auch wegen der mitunter schon arg strapazierten Asphaltbeläge.

Von Ahornberg geht es über Hölzlmühle nach Günzlas hoch - eine Steigung, die es durchaus in sich hat. Von dort aus blickt man zum "Tannenberg", wo im Winter die Freunde des alpinen Skisports ihren Spaß haben. Die Radfahrer bleiben auf der bisherigen Strecke und fahren hinab ins Tal, lassen den Ort Punreuth rechts liegen und fahren wieder bergauf Richtung Babilon (nein, nicht die antike Stadt).

Kurz bevor hier die Straße nach links in Richtung Frankenreuth verlasen wird, lohnt sich ein kurzer Stopp: Denn es wartet eine herrliche Aussicht in die Senke des Kemnather Landes, deutlich zu erkennen ist am Horizont die imposante Erhebung des Rauhen Kulms. Bei Frankenreuth geht es für kurze Zeit auf die Staatsstraße, nach etwa 500 Metern beginnt der autofreie Waldweg, der die Radler bis nach Witzlasreuth bringt.


Idyllischer Dorfteich


Nach einem kurzen Stopp am idyllisch gelegenen Dorfteich führt die Strecke weiter und nach einem längeren Waldstück wird die Fichtelnaab überquert. Nach rechts geht es nun einige hundert Meter weiter auf der Staatsstraße, bis der Ort Neusorg erreicht wird: Dort wechseln die Radfahrer auf den noch relativ neu angelegten Fichtelnaab-Radweg, der sich gemütlich entlang des Gewässers fahren lässt und viel Ruhe verspricht.

Auf dieser Wegstrecke passiert der Radler die Ortschaften Riglasreuth, Lochau, Trevesen, Trevesenhammer und Kronau. Dieser flache Streckenabschnitt sollte zum Durchschnaufen genutzt werden, denn es folgt der wohl härteste Anstieg der Tour: Über Rosenbühl, Beringersreuth und Zwergau geht es schließlich - dann wieder bergab - nach Waldeck.

Dort nicht einen Abstecher zum Schlossberg zu machen, käme einer Sünde gleich: Er bietet nicht nur eine sehr schöne Aussicht über das Kemnather Land, auch die vor über zweihundert Jahren abgebrannte Burg mit dem damaligen Markt Waldeck wurde teilweise ausgegraben, aus den alten Steinen im Grundriss wiedererstellt und die Sanierungen halten noch weiter unter Federführung des Heimat- und Kulturvereins an. Im vergangenen Jahr wurde auch eine Kapelle auf dem Schlossberg wiedererrichtet.

Über Köglitz, Schönreuth (vorbei am Schloss des bereits verstorbenen Heldentenors Peter Hofmann), Neusteinreuth und Eisersdorf geht es schließlich in die "Hauptstadt" der Region - nach Kemnath. Die Durchfahrt durch das Stadttor und über den historischen Stadtplatz hat einen ganz besonderen Reiz. Die letzte Etappe des Rundweges führt über Berndorf, das Weihergebiet rund um den Großen Hirschbergweiher und das Naturerlebnisbad im Kemnather Land in Immenreuth zurück zum Immenreuther Bahnhof.

Tipps zur RouteAnfahrt:
Die Gemeinde Immenreuth - Startpunkt des Rundweges - verfügt über einen Bahnhof und ist somit auch per Zug erreichbar. Wer mit dem Auto anreist: Aus Richtung Amberg folgt man der B 299 bis Pressath, wo die Hauptstraße nicht verlassen wird, sich aber der Name in Staatsstraße 2665 ändert. Weiter geht es dann in Richtung Kemnath/Marktredwitz: Kurz hinter Kemnath geht es links weg nach Immenreuth. Aus Richtung Weiden kommend, empfiehlt sich die Anfahrt über die B 470 bis Pressath, um dann auch auf die B 299/Staatsstraße 2665 zu wechseln.

Gastronomische Tipps:

Es gibt verschiedene Einkehrmöglichkeiten und gastronomische Betriebe entlang der Route: Wer einen Biergarten bevorzugt, ist im "Reiserbesen" bei Trevesenhammer/Kronau richtig. Aber auch die gastronomischen Betriebe in Kemnath laden zum Verweilen ein: Der Traditionsgasthof Kormann sowie Cafés, Eisdielen, Pizzerien und Schnellimbisse in der Innenstadt, das direkt am Stadtweiher gelegene Gasthaus "Fantasie" oder auch die Imbissgaststätte Schinner im Gewerbegebiet. Darüber hinaus kann man sich im Naturerlebnisbad in Immenreuth sowie in Immenreuth in der Pizzeria "Bella Italia" oder der Gaststätte "Zur alten Schmiede" erholen und stärken.
1 Kommentar
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Josef Babst aus Weiden in der Oberpfalz | 19.06.2016 | 21:05  
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