Allen Respekt
Sozialhilfeausschuss würdigt die ehrenamtlichen Helfer in der Asylbetreuung

Edwin und Elke Ulrich (hier bei der Wasserausgabe) sind nur zwei der unzähligen Helfer, die sich um die Asylbewerber im Landkreis Tirschenreuth kümmern. Bild: wro
Politik
Kreis Tirschenreuth
01.03.2016
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Tirschenreuth. "Hut ab!" sagte der Landrat in der Sitzung des Ausschusses für Soziales Gesundheit, Senioren und Inklusion. Was Wolfgang Lippert so würdigte, war der Einsatz der vielen ehrenamtlichen Helfer bei der Betreuung der Asylbewerber. "Da läuft so vieles im Stillen ab", wusste der Kreischef.

Zuvor schon hatte Oberregierungsrätin Regina Kestel die Arbeit der Wohlfahrtsverbände gelobt. "Ohne Arbeiterwohlfahrt, Rotes Kreuz und Caritas würde das alles nicht funktionieren." Und Sozialamtsleiter Wolfgang Jäger begründete die moderate Erhöhung des Haushaltsansatzes in diesem Bereich um 10 000 auf 30 000 Euro: "Sonst müssten wir den Laden zusperren."

Die vielen haupt- und ehrenamtlichen Helfer der Wohlfahrtsverbände betreuen mittlerweile 900 Asylbewerber im Landkreis, sind nicht nur in der Notunterkunft in Wiesau präsent, sondern auch in den Gemeinschaftsunterkünften und in den 50 dezentralen Einrichtungen. Zuvor hatten AWO-Kreisvorsitzender Erich Köllner und BRK-Kreisgeschäftsführer Holger Schedl um Unterstützung aus dem gesamten Landkreis gebeten. "Wir arbeiten am Limit, auch finanziell." Dass auch die Mitarbeiter im Amt selbst längst die Grenzen der Belastbarkeit überschritten haben, machte Lippert deutlich. "Wir brauchen mehr Personal in dem Bereich."

Der Landrat erkannte auch eine Änderung der Willkommenskultur. "Die Gesellschaft ist mittlerweile zu einem begrenzenden Faktor geworden." Ohne Akzeptanz in der Bevölkerung sei keine Integration möglich. Hannelore Bienlein-Holl (SPD) war mit Blick auf die aktuellen Ereignisse in Sachsen "sehr zufrieden, wie das bei uns hier läuft". Nach den Vorfällen in Köln seien die Falschen geprügelt worden. Sie sei sehr dankbar für die Reaktion der in Fuchsmühl wohnenden Syrer. "Die haben sich für etwas entschuldigt, was sie gar nicht getan haben."

Brigitte Scharf (SPD) gab die Hoffnung nicht auf, "dass Integration auch in kleineren Orten gut läuft". Die Kreisrätin berichtete von vielen mutmachenden Anzeichen und der Erkenntnis vieler Bürger: "So schlimm ist es doch gar nicht." Das bestätigte auch Sozialamtsleiter Wolfgang Jäger. "Wo schon Asylbewerber wohnen, von dort kommen auch weitere Angebote zur dezentralen Unterbringung."
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