Baustein für nachhaltige Entwicklung
CSU-Kreistagsfraktionen aus Tirschenreuth, Hof und Wunsiedel diskutieren Probleme und Lösungsansätze

Politik
Kreis Tirschenreuth
09.02.2016
116
0

Wiesau. Zu einer im wahrsten Sinne des Wortes historischen Sitzung kam die CSU-Kreistagsfraktion zusammen. Zum einen trafen sich ihre Mitglieder in einer der ältesten Wirtsstuben der Region, nämlich beim "Stefflwirt". Zum anderen waren erstmals seit vielen Jahren wieder die Kollegen aus den Nachbarlandkreisen Wunsiedel und Hof dabei. So begrüßte Fraktionsvorsitzender Toni Dutz Wolfgang Kreil (Wunsiedel), Karl Philipp Ehrler (Hof) und Marco Vollath von der Zukunft Tirschenreuth zum Meinungsaustausch.

Eine Herausforderung


Dutz verwies auf die vielen Gemeinsamkeiten der drei Landkreise, die mit ähnlichen strukturellen Problemen zu kämpfen haben. Deshalb müsse die Zusammenarbeit zukünftig weiter intensiviert werden. Bezirksgrenzen gebe es nur auf dem Papier. Im Bereich der demografischen Entwicklung stehe die gesamte Region vor einer Herausforderung. Hier müsse offensiv damit geworben werden, welche Vorzüge das Land gegenüber den Ballungsgebieten habe. Die Kommunalpolitik habe hier in den vergangenen Jahren schon viele positive Signale gesetzt, etwa die Städtebauförderung. Dutz verwies auch auf das von Waldsassen, Mitterteich und Wiesau gemeinsam geplante Industrie- und Gewerbegebiet an der A 93. Jedoch bemängelte er die hohen Hürden der Bürokratie

Karl Philipp Ehrler, Fraktionsvorsitzender im Hofer Kreistag und Bürgermeister von Stammbach, fügte hinzu, dass es auch zu den gemeinsamen Kernpunkten gehöre, die Leerstände in den Orten anzugehen. Der von vielen Gemeinden angepackte Ausbau der Kinderbetreuung sei ein wichtiger Baustein für die nachhaltige Entwicklung in unserer Region. "Kinderbetreuungsplätze sind bei uns bezahlbar - ein wichtiger Standortfaktor auch für die Gewinnung von Fachkräften. Mit diesen Top-Angeboten können wir zudem versuchen, in die Großräume Weggezogene wieder in die Heimat zurückzuholen", so Ehrler. Auch sei es für ihn ein langfristiges Ziel, in einem großen Verbundraum des öffentlichen Nahverkehrs eingebunden zu sein. Allerdings müssten die Eingangshürden für die Aufnahme z.B. in den Verkehrsverbund Großraum Nürnberg gesenkt oder durch höhere Zuschüsse abgemildert werden, besonders für die Landkreise, die weiter weg von den Metropolen liegen. Einen großen Schritt habe der Landkreis Hof bereits mit dem neuen Verkehrsverbund mit der Stadt Hof getan.

Wolfgang Kreil wertete die Ansiedlung einer Justizvollzugsanstalt als einen Paukenschlag für Marktredwitz. 400 neue und auf Dauer sichere Arbeitsplätze seien ein Glücksfall für die gesamte Region. Kreil dankte der Staatsregierung für ihre zukunftsweisende Entscheidung.

Weiteres Thema des gemeinsamen Treffens war die Forderung nach einer schnelleren Bahnverbindung zum Flughafen München und damit einhergehend die Elektrifizierung der Bahnstrecke Hof-Regensburg mit erhöhtem Lärmschutz. Die Ärzteversorgung im ländlichen Raum müsse auf Dauer sichergestellt werden.

Beleidigung der Frauen


Offene Ganztags-Grundschulen sind nach Meinung der CSU die Zukunft. In diesem Zusammenhang lobten die Anwesenden das von der CSU eingeführte Betreuungsgeld. Dutz: "Diese als Herdprämie zu bezeichnen, ist eine Beleidigung ersten Grades für die Frauen." Mit weiteren Behördenverlagerungen in die ländlichen Räume solle ein Signal gesetzt werden.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.