Eher Enttäuschung als Kritik
Polit-Geplänkel nach Bemerkung über Film-Preview im Landratsamt

Toni Dutz. Bild: hd
Politik
Kreis Tirschenreuth
14.01.2016
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Politik ist ein schwieriges Pflaster. Manchmal auch ein sehr glattes. Vor allem, wenn man in ein Fettnäpfchen tritt. So wie wir.

Tirschenreuth. Dabei hatte unser Bericht vom Donnerstag über das Preview des Bayerischen Fernsehens für den neuen Landkreisfilm am Sonntag im Dritten Programm eher wenig mit Politik zu tun. Wäre da nicht der Hinweis gewesen, dass nur drei Bürgermeister und kein Fraktionssprecher anwesend waren.

Da sah sich Toni Dutz (CSU) völlig ungerechtfertigt kritisiert. Schließlich habe er sich wegen eines wichtigen Notartermins in Waldsassen entschuldigt. Das hat Heidrun Schelzke-Deubzer (Bündnis 90/Die Grünen) im Gegensatz zu den Bürgermeistern Uli Roth (Krummennaab) und Heinz Lorenz (Immenreuth) zwar nicht getan, aber die Einladung am Montagmittag schnellstens an ihre Fraktionskollegen gemailt, in der Hoffnung, jemand könne die Vertretung übernehmen. "Leider ist es bei so kurzfristigen Terminen schwierig, entsprechende Zeit freizubekommen, insbesondere im Schuldienst bei derzeit sehr dünner Personaldecke." Die Grünen-Sprecherin würde sich aber sehr freuen, "wenn eine entsprechende Weisung ans Schulamt ergehen könnte, mich jederzeit und unmittelbar vom Schuldienst freizustellen." Jedenfalls freut sie sich auf die Sendung am Sonntag.

Rainer Fischer (SPD) greift in seiner Mail an Landrat Wolfgang Lippert eine Formulierung in unserem Artikel auf. "Ich will als Fraktionsvorsitzender grundsätzlich nicht glänzen (auch nicht durch Abwesenheit), sondern meine Arbeit tun." Termine nehme er ernst und wahr, wenn ihm das irgendwie möglich sei. "Einladungen am Montagvormittag für einen Termin am Dienstagvormittag sind für mich eher Einbestellungen als Einladungen."

Er habe einen fest eingeplanten Termin so kurzfristig nicht mehr absagen können und deshalb die Einladung unverzüglich seiner Stellvertreterin Hannelore Bienlein-Holl weitergeleitet. "Sie konnte ebenfalls so kurzfristig nicht mehr umplanen." Und Ulrich Roth als weiterer Stellvertreter habe als Lehrer den Vormittagstermin ebenfalls nicht wahrnehmen können.

Mit der Kritik, so schreibt Fischer, könne er gut leben. "Für einen guten Start und ein Signal für eine gute Zusammenarbeit auch in 2016 halte ich sie dennoch nicht."

"Nichts liegt mir ferner, das neue Jahr mit einer völlig unnötigen Missstimmung zu beginnen", antwortet Landrat Wolfgang Lippert. Er bedauere, dass seine wirklich sehr verhaltene Kritik ("Eigentlich war es eher Enttäuschung") überhaupt für erwähnenswert empfunden worden sei. Zur Vorab-Präsentation des Films seien die Bürgermeister und die Fraktionssprecher geladen gewesen. "Als ich den großen Sitzungssaal betrat, waren nur Max Bindl und der eine oder andere Darsteller im Film anwesend." Später seien noch Franz Stahl und Bernd Sommer hinzugekommen. "Ich glaube da ist schon nachvollziehbar, dass man ein wenig enttäuscht ist."
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