Ein Thema, das elektrisiert
Wolf von Fabeck will Stromspeicher statt Fernleitungen

Wolf von Fabeck, Geschäftsführer des Solarenergie-Fördervereins Deutschland macht klar, dass die Energiewende nur mit dezentraler Solar- und Windenergie machbar ist. Bild: kro
Politik
Kreis Tirschenreuth
24.02.2016
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Seine Einstellung ist Wolf von Fabeck sozusagen auf den Leib geschneidert: "Speicher für Wind- und Sonnen-Strom ersetzen Kohle und Atom" steht auf dem T-Shirt des Solar-Experten. Und das sehen auch seine zahlreichen Zuhörer so.

Tirschenreuth. Da waren wohl die Organisatoren, unter anderem die ÖDP und die Bürgerinitiative "Stiftland sagt Nein", wohl selbst überrascht: Das Thema "Neue Fernübertragungsleitungen oder Stromspeicher bauen" elektrisiert aber auch. Und so war im "Seenario" kein Platz mehr frei, als der Geschäftsführer des Solarenergie-Fördervereins Deutschlands über die zukünftige Weichenstellung in Sachen Energie sprach.

Dabei machte Wolf von Fabeck klar, dass es eine schnelle Umstellung geben müsse - auf Wind und Solar. Dies werde aber nur mit entsprechenden Stromspeichern gelingen. "Sonst sind diese Techniken hilflos." Die Stromwirtschaft aber wolle neue Fernleitungen bauen. Fossile Kraftwerke sollten derweil die Lücken schließen. "Diese wenigen Großkraftwerke aber anfällig gegen Terror und Extremwetter." Der Förderverein trete ganz klar für überlebensfähige Regionen mit dezentraler Solar- und Windenergie in Verbrauchernähe ein. Wolf von Fabeck betonte, dass gerade von der Stromwirtschaft, aber auch von der großen Politik mit vielen Unwahrheiten gearbeitet werde.

So erzähle die Stromwirtschaft, dass ohne Fernleitungen keine Umstellung auf die erneuerbare Energie möglich sei. Und das Wirtschaftsministerium erarbeite destruktive Gesetze. "Da wird alles versucht, um die erneuerbaren Energie zu verhindern." Viele bürokratische Hindernisse sollen, diejenigen müde machen, die in die erneuerbare Energie investieren wollen. "Und die Bundesregierung hilft dabei."

2012 hat es laut dem Wolf von Fabeck in der Solarindustrie noch 114 000 Arbeitsplätze gegeben, 2014 nur noch 50 000, aktuell noch viel weniger. "Was hier abgeht, ist ein gnadenloser Vernichtungsfeldzug gegen die erneuerbare Energie. Die Solarenergie wird regelrecht abgewürgt." Dadurch sei es zu einem großen Firmensterben und zur Vernichtung von Tausenden von Arbeitsplätzen gekommen. Einfach dreist nannte es der Referent, dass die Einspeisevergütung drastisch abgesenkt worden sind. "Warum lässt sich das die Bevölkerung gefallen?"

Mega-Stromleitungen von der Küste bis nach Süddeutschland zu bauen, habe auch die Umweltverbände bewegt. Manche hätten das als notwendiges Opfer angesehen. Es sei zu sonderbaren Bündnissen zwischen Großkraftwerksbetreibern, Windkraftgegnern und Atomstromgegnern gekommen. "Plötzlich waren alle in einem Boot.". Der Solarenergie Förderverein Deutschland lehne diese Fernleitungen kategorisch ab. "Sie haben nur ein Ziel: die erneuerbaren Energien zu verhindern." Es sei endlich an der Zeit, die Markteinführung von Speichern zu starten, diese auszubauen und zu verbessern.

Windkraftanlagen an der Küste lieferten auch nicht dauernd Strom, weil es hier auch nicht immer Wind gebe. Dezentrale und verbrauchernahe Windkraft- und Solaranlagen im Umfeld von Großstädten oder auch in Wäldern waren für den Redner das Ziel. "Große Fernleitungen kann man sich so sparen."
Da wird alles versucht, um die erneuerbaren Energie zu verhindern.Wolf von Fabeck
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Dr. Peter Steinbock aus Eschenbach in der Oberpfalz | 04.08.2016 | 21:17  
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