Jugendhilfe zeigt Erfolge

Die Aufgaben und Ziele von "Sankt Elisabeth" erläutere Hannelore Haberzett aus Windischeschenbach. Mit im Bild Bürgermeister Toni Dutz, Jugendamtsleiter Albert Müller und Landrat Wolfgang Lippert (von links). Bild: wro
Politik
Kreis Tirschenreuth
06.06.2016
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Eigentlich ist Christophorus ja der Schutzpatron der Seeleute, der Luftschiffer und Straßenwärter. Er ist aber auch einer der 14 Nothelfer - auch und gerade für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. So wie in der Marktgemeinde Wiesau.

Wiesau. In der Wohngrupe "Christophorus" in der Tonwerkstraße haben seit geraume Zeit 14 junge Kriegsflüchtlinge eine neue Heimat gefunden. Der Jugendhilfeausschuss der Landkreises besuchte jetzt die Einrichtung. Und war beeindruckt. Aufgeräumt und sauber präsentierten sich die Räumlichkeiten.

Ein Kontakt mit den dort lebenden Jugendlichen war an diesem Nachmittag jedoch nicht möglich. Die lern- und wissbegierigen Männer waren nämlich allesamt in ihren Schulen. Dafür durfte man sich in aller Ruhe umsehen. Voll des Lobes über seine Jugendlichen waren auch Betreuer Hans Fröhler und Rico Lanzendörfer. Gemeinsam mit Hannelore Haberzett von der Katholische Jugendfürsorge Haus St. Elisabeth Windischeschenbach stellten sie die Wohnanlage voller Stolz vor.

"Was wir sehen durften, war schon beeindruckend", sagte Bürgermeister Toni Dutz bei der anschließenden Sitzung im Wiesauer Rathaus. Sein besonderer Dank galt dem betreuenden Haus Sankt Elisabeth in Windischeschenbach. Stellvertretend erläuterte Hannelore Haberzett die Aufgaben und Ziele der seit 50 Jahren bestehenden Einrichtung, zu der seit wenigen Monaten auch die Wiesauer Wohngruppe zählt.

Tagtäglich werde man mit einer Vielzahl von Problemen konfrontiert, im Vordergrund stehe das Wohl der Kinder. Eltern werden im Umgang mit ihren Kindern begleitet, Kleinkinder betreut, Heranwachsende ins Leben begleitet. "Kinder leben nicht nur in ihrer Familie, sondern auch in der Schule", betonte Haberzett. Die fürsorgliche Betreuung sei ein ganz besonderes Anliegen aller Mitarbeiter. Im Haupthaus lebten aber nicht nur Kinder und Heranwachsende. Auch Ziegen, Hasen und Hühner ergänzten das Umfeld.

Familien vereinen


Betreut werden laut Haberzett auch externe Wohngruppen, wie zum Beispiel in Wiesau. Wichtigste Ansprechpartner - neben den Familien - seien aber die Jugendämter. Eines jedoch sei immer wieder zu spüren. "Kinder möchten in der Regel wieder zurück zu ihren Eltern." Jugendhilfe koste nicht nur Geld, sie zeige auch Erfolge, schloss der Gast aus Windischeschenbach. Wichtiges Ziel jedoch sei es, die Familien zusammenzuführen und den Heranwachsenden eine gute Ausbildung zu ermöglichen.

Auf besonderes Interesse stießen auch die Informationen zur vertraulichen Geburt. Das Gesetz trat vor zwei Jahren in Kraft, Andrea Käs-Werndl von Lehenstein von "Donum Vitae" erläuterte gemeinsam mit der Schwangerschaftsberaterin Pia Winter von der Weidener Caritas die aktuellen Regelungen. Rund 100 Kindern wurde durch eine anonyme Geburt das Leben ermöglicht. Eine statistische Auswertung sei jedoch aufgrund der Rechtslage schwierig, betonten die Referentinnen. Die Kosten, die im Zusammenhang mit der Geburt entstehen, trage der Bund. Ansprechpartner seien die Caritas Schwangerenberatung in Weiden (Telefon 0961/3891428 - Pia Winter), Donum Vita (Telefon 0961/4016940 - Andrea Käs-Werndl von Lehenstein) oder das Gesundheitsamt Tirschenreuth (Telefon 09631/707622 - Claudia Massenbichler).

Dank an Müller


Offiziell verabschiedet wurde in der Sitzung auch Jugendamtsleiter Albert Müller wechselt in den wohlverdienten Ruhestand. Als Vorbereitung auf die geplante Amerikareise überreichte Landrat Wolfgang Lippert dem künftigen Pensionär einen USA-Bildband. Einen "Fürsprecher der Jugend" nannte Lippert den scheidenden Mitarbeiter. "Langweilig war's nie" antwortete Müller schlagfertig. Als einen Höhepunkt seiner Arbeit bezeichnete er unter anderem die Unterbringung der jungen Kriegsflüchtlinge in Wiesau.
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