Nahe an der Autobahn
Landkreis gibt Stellungnahme zum Ostbayern-Ring ab

Symbolbild: hfz
Politik
Kreis Tirschenreuth
28.01.2016
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Tirschenreuth. Was hat der Ostbayern-Ring nicht schon für heftige Debatten ausgelöst? Über 185 Kilometer, davon allein 100 in der Region Oberpfalz-Nord, führt die angedachte Trasse von Schwandorf bis nach Redwitz in Oberfranken. Die neue Leitung soll überwiegend parallel zu der bestehenden Freileitung gebaut werden, die dann, so wird zumindest versprochen, nach dem Ersatz-Neubau verschwinden soll.

Wo eine unmittelbare Anlehnung an die bestehende Leitung nicht möglich oder sinnvoll ist, hat der Betreiber Tennet Varianten vorgelegt. Das ist auch im Landkreis der Fall, wo die Trasse entweder entlang der Autobahn oder östlich davon verlaufen könnte. Betroffen sind die Kommunen Konnersreuth, Mitterteich, Wiesau, Falkenberg und Plößberg.

Der Immissionsschutz bevorzugt keine bestimmte Lösung, die Untere Naturschutzbehörde plädiert für die A 93-Variante. Das sieht auch der Regionsbeauftragte der Regierung so, weil weniger Grund und Boden beansprucht und das Landschaftsbild weniger beeinträchtigt wird. Auch die Kommunen sind für diesen Vorschlag. Vor allem im Bereich Falkenberg würde ein Neubau neben der bestehende Trasse "spürbar negative Effekte für Land- und Forstwirtschaft verursachen".

Bürger aus dem Nachbarlandkreis Neustadt/WN wollen dagegen eine Trasse östlich der Autobahn. An der Westseite wären die Jugendherberge Tannenlohe und die Orte Ödwalpersreuth und Bernstein betroffen. Der Tirschenreuther Kreisausschuss einigte sich auf ein Sechs-Punkte-Programm:

Die Masten für den Ersatzneubau der Stromleitung sind in möglichst landschaftsverträglicher Form auszuführen, also die technisch geringstmögliche Höhe und Breite haben.

Die bisherige Stromleitung ist zurückzubauen. Die frei werdende Bestandstrasse darf nicht für die bereits in Planung befindliche "Gleichstrompassage Süd-Ost" verwendet werden.

Zukünftige kommunale Entwicklungsflächen dürfen nicht beeinträchtigt werden. Insofern ist eine enge Abstimmung mit den jeweils betroffenen Kommunen vorzunehmen.

Soweit Trassenvarianten vorgesehen sind, ist diejenige vorzuziehen, bei der eine Bündelung mit der Bundesautobahn A 93 erreicht werden kann.

Grundstückseigentümer, insbesondere Landwirte, sollen bei der Umsetzungsplanung eingebunden werden, um die Nutzung von betroffenen Flächen weiterhin gewährleisten zu können.

Bei der Trassenführung an der A 93 sollen Siedlungen so wenig wie möglich beeinträchtigt werden. Es ist bei der Projektplanung zu beachten inwieweit eine Führung der Stromtrasse an der Ost- oder Westseite der A 93 erfolgen kann.
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