Nur eine moderate Steigerung
Bei den Sozialhilfeausgabensteht Landkreis Tirschenreuth ganz gut da

Das ist wie ein Blick in die berühmte Glaskugel.
Politik
Kreis Tirschenreuth
01.03.2016
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Statistiken sind in der Regel etwas ermüdend, die Zahlen erschlagen oft den Betrachter. Beim Blick auf die Daten der Sozialhilfe aber sind die Ausschuss-Mitglieder hellwach.

Tirschenreuth. Das Interesse an dem vom Sozialamtsleiter Wolfgang Jäger vorgelegten Zahlenwerk kommt nicht von ungefähr. Die Sozialhilfe ist immer ein großer Brocken im Haushalt. 10,4 Millionen Euro sind heuer eingeplant. Das ist nach vielen Jahren des Rückgangs erstmals wieder eine Steigerung - mit 65 366 Euro oder 2,12 Prozent allerdings sehr moderat. 7,3 Millionen erstatten Bund, Land und Bezirk, so dass der Landkreis 3,1 Millionen Euro selbst zu tragen hat.

Besonders schwer zu veranschlagen ist der Bereich "Grundsicherung für Arbeitssuchende", gemeinhin auch "Hartz IV" genannt. Hier gibt es eine Reihe von Unsicherheitsfaktoren, die laut Jäger eine seriöse Aussage nahezu unmöglich machen. "Das ist wie ein Blick in die berühmte Glaskugel", sagte der Sozialamtsleiter im Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Senioren und Inklusion.

Problem: Niemand weiß, wie viele Asylbewerber im Landkreis anerkannt werden, wie viele danach im Landkreis blieben und wie viele Arbeit finden oder auf Hartz IV angewiesen sind. Im vergangenen Jahr sind die Fallzahlen in diesem Bereich jedenfalls deutlich zurückgegangen.

Fast 400 000 Euro weniger macht das im Haushaltsvergleich 2014/2015 aus. Auch deshalb, weil zu hohe Unterkunftskosten konsequent gesenkt, Anträge auf einmalige Leistungen und die Notwendigkeit von Umzügen strikt geprüft wurden. Knapp 90 Prozent der Ausgaben betreffen die Grundsicherung für Arbeitssuchende. "Der Bereich ist stark abhängig vom Arbeitsmarkt", erklärte Jäger. "Da war die Lage in den vergangenen Jahren Gott sei Dank nicht schlecht."

Aber auch so steht der Landkreis Tirschenreuth im Oberpfalz-Vergleich ganz gut da. 38,7 Millionen Euro Sozialhilfe hatten die kreisfreien Städte und Landkreise 2014 zu verzeichnen. Hartz IV ist da nicht eingerechnet, weil dafür ja die Jobcenter verantwortlich sind. Den Löwenanteil - mehr als ein Drittel - musste die Stadt Regensburg aufbringen, Tirschenreuth mit 1,7 Millionen Euro hatte die geringsten Kosten, auch die wenigsten Einwohner.

Umgerechnet auf die Bevölkerung hatte die Stadt Regensburg 96 Euro je Einwohner zu leisten, der Landkreis Regensburg nur 17 Euro. Der Landkreis Tirschenreuth liegt mit 23 Euro nicht nur in der Nordoberpfalz ganz unten. Der Landkreis Wunsiedel muss je Einwohner 37 Euro aufwenden.
Das ist wie ein Blick in die berühmte Glaskugel.Wolfgang Jäger
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