Vermietern den Rücken stärken
Landkreis sucht vehement nach passendem Wohnraum für anerkannte Flüchtlinge – Neue personelle Struktur am Landratsamt

Politik
Kreis Tirschenreuth
19.03.2016
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Tirschenreuth. Auf etwas Entspannung hofft der Landkreis, wenn es um die Zuweisung von Asylbewerbern geht. Aber nicht nur die erste Unterbringung ist ein Problem. Zunehmend wird passender Wohnraum für anerkannte Flüchtlinge gesucht.

"Wir sind momentan etwas über dem Soll", interpretierte Landrat Wolfgang Lippert die neuesten Zahlen im Kreisausschuss. Insgesamt haben rund 900 Menschen im Landkreis Aufnahme gefunden, inklusive der momentan 100 Flüchtlinge in der Notfallunterkunft Wiesau. Doch davon sind 71 Asylbewerber eigentlich schon zur dezentralen Unterbringung vorgesehen, sagte Sozialamtsleiter Wolfgang Jäger. "Es ist eine große Aufgabe, diese Menschen bis spätestens 1. Mai in Wohnungen unterzubringen", wies er auf die bevorstehende Schließung der Notfallunterkunft in Wiesau hin.

Diese Tatsache freute Toni Dutz besonders. Wiesau werde jedoch weiter Solidarität bei der Unterbringung von Flüchtlingen zeigen, betonte der Bürgermeister und wies auf die Aufnahme unbegleiteter Flüchtlinge hin. Dem Dank an die Ehrenamtlichen, die in Wiesau seit Monaten bei der Versorgung und Betreuung der Asylbewerber helfen, schlossen sich Vertreter aller Fraktionen gerne an. Auch war man sich darin einig, dass eine dezentrale Unterbringung wesentlich zur Integrierung der Menschen beiträgt. Und damit waren die Kreisräte beim Problem, passende Wohnungen zu finden. "Da kommt eine Welle auf uns zu", sagte Bernd Sommer vor dem Hintergrund, dass Asylverfahren weit schneller erledigt werden sollen als bisher. Viele Wohnungen seien zu groß und auch zu teuer, vor allem für Alleinstehende. Es gebe viel Leerstand, meinte Roland Grillmeier.

"Aber wer richtet die Wohnungen her? Wer kümmert sich um den Bestand?" Ebenso wie Toni Dutz brachte er hier die Kewog als Partner ins Spiel. Werner Nickl sprach sich dafür aus, potenziellen Vermietern den Rücken zu stärken. "Vor Jahren haben wir über ein Leerstandsmanagement diskutiert. Wo sind denn jetzt die freien Wohnungen?" Sozialamtsleiter Jäger kündigte an, dass ab 1. April durch die Fachbereichsleitung Asyl am Landratsamt eine neue personelle Struktur kommen soll. Unter anderem werde ein Leitfaden für die Flüchtlinge erstellt. Ein zweiter Schritt sei die Hilfe für anerkannte Asylbewerber und dann die Unterstützung ehrenamtlicher Betreuer.
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