Bei der Hegeschau in Wiesau geht es auch um den Fischotter
Fischotter macht sich Feinde

Längst seinen Lebensraum wieder zurückerobert hat sich der Fischotter. Nicht gerade zum Entzücken der Teichwirtschaft. Das Problemfeld wird auch ein Thema für die Jäger. Bild: bz
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Kreis Tirschenreuth
31.05.2016
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Der Fischotter ist ein putziges Tierchen. Der Wassermarder macht aber den Teichwirten das Leben schwer. Ein Thema auch für die Jägerschaft.

Zu einem vernünftigen und für alle Seiten akzeptablen Umgang mit dem Otter soll auch eine Podiumsdiskussion beitragen, die der Tirschenreuther Jagdverband am Samstag, 4. Juni, im Pfarrzentrum St. Michael initiiert hat. Da ist zwar die von der Hegegemeinschaft Falkenberg organisierte Natur- und Hegeschau, bei der nach dem Gesetz die Trophäen des erlegten männlichen Wildes vorgelegt werden müssen. Seit Jahren nutzen die Jäger diese Pflichtveranstaltung aber auch, um Verständnis für die Zusammenhänge von Jagd, Natur und Umwelt bei den Besuchern zu wecken.

Nicht zuletzt erhalten und pflegen Jäger Brauchtum, die Jagdkultur und Tradition. "Waidgerechtigkeit ist das ungeschriebene Gesetz der Jagd, alt und nach wie vor modern", sagt Kreisvorsitzender Hubert Rustler.

Am Samstag ab 18 Uhr soll das jagdliche Geschehen neben den "knöchernen Visitenkarten" auch mit einer Fotoausstellung dokumentiert werden. Auch eine Messstation für radioaktive Belastung von Wildbret wird vorgeführt sowie ein digitales Datensystem zur Erfassung von Schwarzwildschäden. Für die jungen Besucher gibt es kleine Geschenke wie Malbücher, Anstecker, schöne Bestimmungsbücher und Poster. Für Bewirtung ist mit Kaffee, Kuchen, Gulasch, Wurstsalat, Leberkäse und Getränken gesorgt. Die eigentliche Versammlung beginnt um 19.30 Uhr. Die Falkenberger Jagdhornbläser, unterstützt von den Kollegen aus Waldsassen, umrahmen die Veranstaltung musikalisch. Neben dem Bericht zum abgelaufenen Jagdjahr durch Kreisjagdberater Gregor Ziegler wird Dr. Christian Wagner von der Landesanstalt für Landwirtschaft den Fischotter-Managementplan vorstellen. Einmal fast ausgerottet, hat sich der Wassermarder längst wieder seinen Lebensraum in der Tirschenreuther Teich- und Flusslandschaft zurückerobert. Aber auch Biber, Mink und Reiher sowie der Kormoran sind eine Herausforderung für Teichwirte und Fischer.

In einer Podiumsdiskussion stehen neben dem Referenten Dr. Wagner auch Alfred Stier, Vizepräsident des Landesfischereiverbandes, Alfons Stock, Sprecher der Teichwirte im Bauernverband, Hans Klupp, Vorsitzender Fischerzeugerring und Arge Fisch, MdL Alexander Flierl, Vorsitzender Jagdverband Oberviechtach, und MdL Tobias Reiß Rede und Antwort. Die Moderation übernimmt Eberhard Freiherr von Gemmingen-Hornberg. "Wir wollen schnell zu einer Lösung kommen", umreißt Kreisvorsitzender Hubert Rustler das Ziel. "Es soll nicht jahrelang erst untersucht und diskutiert werden, wie beim Biber, bis es zu brauchbaren Ansätzen kommt."

Jäger und Jagdrechtsinhaber, also die Grundbesitzer, vor allem Land- und Forstwirte, haben laut Rustler neben der Verpflichtung zum Abschuss auch die Verpflichtung zur Hege. "Das ist die Vorgabe, einen möglichst artenreichen, gesunden und den Nutzungsverhältnissen angepassten Wildbestand zu erhalten oder wieder herzustellen."
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