Betreuung von Kindern mit Migrationshintergrund
Ins Sprachbad tauchen

Krippe, Kita, Schülerhort und Co. - Betreuungsmöglichkeiten für Kinder gibt es viele. Insgesamt 2890 Plätze standen im Landkreis zur Verfügung. Nicht alle waren auch besetzt.

Tirschenreuth. Zuletzt besuchten 2702 Kinder unter 14 Jahren eine solche Tageseinrichtung, darunter 296 ausländische Kinder. Unterm Strich waren das 108 betreute Kinder mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Kinder mit ausländischen Wurzeln kletterte dabei um 26.

Berufstätige Eltern sind froh um das Betreuungsangebot. Knapp 520 000 Jungs und Mädchen im Alter bis 14 Jahre wurden zum Stichtag 1. März 2015 bayernweit in Tageseinrichtungen betreut, rund 11 100 mehr als im Vorjahr. Die größte Gruppe stellten die Kindergartenkinder ab drei Jahren (302 000). Jedes sechste betreute Kind war jünger (85 700) und jedes vierte war bereits im Schulalter, also zwischen sechs und 14 Jahre alt (132 200). Vor allem die Gruppe der unter Dreijährigen legte gegenüber dem Vorjahr wieder kräftig zu und zwar um rund 5 Prozent: Ein Jahr zuvor besuchten erst 81.700 unter Dreijährige eine Kita.

Bunt gemischt sind vor allem die städtischen Gruppen. Im Schnitt hat mehr als jedes vierte Kita-Kind in Bayern (28 Prozent) mindestens einen ausländischen Elternteil, zählt also zur Gruppe von Kindern mit Migrationshintergrund. Diese umfasste im Frühjahr 2015 knapp 144 200 Kinder. In vielen Familien wird zu Hause deutsch geredet. Doch soweit statistisch erfasst, dominiert bei mehr als der Hälfte von ihnen daheim die ausländische Muttersprache der Eltern. Im Landkreis Tirschenreuth ist das laut Statistik bei 153 Kindern der Fall, betrifft also rund 52 Prozent aller hier betreuten Buben und Mädchen mit ausländischen Wurzeln.

Betreuung wichtiges Thema


Für die Kommunen ist die Tagesbetreuung ein wichtiges Thema. Der Ausbau der Kita-Plätze und die Suche nach qualifizierten Erzieherinnen sind das eine, die Integrationsleistung das andere. Im Kindergartenalter lernen Kinder schnell, was nicht zuletzt für Kinder mit ausländischen Wurzeln viele Vorteile mit sich bringt. Im Spiel mit anderen soziales Verhalten lernen und nebenher Deutsch lernen - so könnte es im Idealfall in den Kitas laufen. Und tut es häufig auch.

Problematisch wird es, wenn mancherorts der Ausländeranteil so hoch ist, dass die Kinder nicht automatisch in ein "deutsches Sprachbad" tauchen können. Bleiben die Kinder dann beim Burgenbauen, Toben oder Basteln unter sich und reden türkisch, russisch oder arabisch, wird eine erfolgreiche Integration schwierig. Mit einem Migrantenkinder-Anteil von 11 Prozent liegt der Landkreis unter dem bayernweiten Durchschnitt von rund 27,8 Prozent. Während etwa in den kreisfreien Städten Schweinfurt, Nürnberg und Augsburg mehr als jedes zweite betreute Kind mindestens einen ausländischen Elternteil hat, trifft das in den Kreisen Freyung-Grafenau, Kronach und Bamberg nicht einmal auf jedes zehnte Kind zu.
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