Bildungsreise der Volkshochschule in die Freilandmuseen
Zeitsprung in die Vergangenheit

Sehr großen Anklang fand die Bildungsreise der Volkshochschule Tirschenreuth zu den

Rainer Suttner ist einer der Mittelalter-Darsteller im Geschichtspark Bärnau. Sehr authentisch, auch was die Kleidung anbelangt. Und da beantwortet er auch ganz ehrlich die Frage: "Was trägt der Mann von damals eigentlich so darunter?"

Tirschenreuth. Die beiden großen Freilandmuseen der Oberpfalz, den Geschichtspark Bärnau - Tachov und das Bauernmuseum Neusath-Perschen besuchte die Volkshochschule bei einer Bildungsreise. Komplett in Gelb getaucht durch den blühenden Löwenzahn präsentierte sich am Vormittag Bärnau. Thomas Sporrer und Cornelia Stahl entführten die Gäste 1200 Jahre zurück in die Oberpfälzer Vergangenheit. Architektur, Religion, Tierhaltung, Hauswerk und natürlich der ganz normale tagtägliche Überlebenskampf der Slawen und später der Mischbevölkerung standen im Mittelpunkt.

Nicht einfaches Leben


Rainer Suttner brachte es fertig, innerhalb von fünf Minuten mit Feuerstein und Schlageisen ein Feuer zu entfachen. Daneben stellte er das nicht einfache Leben im Hochmittelalter vor. Außerdem ließ er die wissbegierigen Besucher auch mal unter seine Kutte schauen. "Was trägt denn der Mann von damals so darunter?" Weitere Darsteller zeigten das Färben von Kleidung. In einem großen Topf kochte auf offenem Feuer ein Sud aus Birkenblättern, drin auch eine Wollkutte. Das Ergebnis war ein haltbarer Gelb-Ton, passend zu den blühenden Wiesen.

Nach dem Mittagessen ging es im Bus nach Neusath-Perschen. Blühende Obstbäume im gesamten Park begrüßten die Gäste aus dem Landkreis Tirschenreuth. Im Stiftland-Dorf mit Häusern aus Poppenreuth, Neualbenreuth und Ottengrün ging es dann weiter in der Geschichte, vom 16. Jahrhundert bis in die Neuzeit. Das Leben im Dorf von damals wurde beschrieben, das der Großbauern genauso wie das der Hirten.

Dass das Handwerk damals noch so gar keinen goldenen Boden hatte, wurde spätestens im Haus vom "Webergirgel" klar. In einer Stube mit Frau und 12 Kindern, dazu noch einen Untermieter (Inwohner), einen Schuhmacher. Und das alles auf engstem Raum. Bestaunt wurde auch die prächtige Rauberweihermühle mitsamt ihrem vollständig erhaltenem Mahlwerk. Das größte Haus des Museums war im 18 Jahrhundert ein Landsassen-Sitz mit über 700 Tagwerk Grund. Nach viel Information über Leben und Arbeiten, Beten, Essen und Hungern in der Oberpfalz ging es schließlich zu einer abschließenden Brotzeit mit Zoigl in die Taverne aus dem Jura-Dorf.

Fortsetzung folgt


Hans Kohl, ehemaliger Tirschenreuther aus Eschenbach und mit 86 Jahren der älteste Teilnehmer, war begeistert von der Fahrt: "Gerne wieder"! Na bitte, geht doch, 1200 Jahre Oberpfälzer Geschichte in den 2 Museen an einem Tag zu erleben. Die Fortsetzung gibt es nächstes Jahr.
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